Wiederverwertbare Müllbeutel fürs Auto

Korbacher Juniorfirma Clean-Ditch nimmt am Bundeswettbewerb teil

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Bunt, gemustert, einfarbig: Die Schüler Nick Löber, Giulia Weishaupt, Jannik Wäscher und Laura Starost (von links) präsentieren die besonderen Müllbeutel.

Wiederverwendbare Mini-Müllbeutel fürs Auto: Fast 600 Exemplare hat die Juniorfirma „Clean Ditch“ seit Oktober verkauft – und damit jetzt auch die Juroren des hessischen „Junior Landeswettbewerbs“ überzeugt. Die Schüler sind mit ihrer Upcycling-Idee nun beim Bundeswettbewerb dabei.

Wirtschaft und Verwaltung ist die Fachrichtung der Oberschüler, die sich für das Unterrichtsfach Schülerfirma entschieden haben. Dabei galt es in einem Schulhalbjahr zu lernen, wie ein Unternehmen von Grund auf aufgebaut wird. Und dass sie ihr Handwerk bereits beherrschen, haben die Schüler der Beruflichen Schulen in den vergangenen Monaten bewiesen.

Clean Ditch: Idee stammt aus Südamerika

Buchhaltung, Produktion, Marketing und Geschäftsführung: In allen Bereichen haben die Schüler selbst die Regie übernommen. Die Idee zu „Clean Ditch“ lieferte Lehrerin Katrin Mankel, die sie aus Südamerika mitgebracht hatte. Im deutschsprachigen Raum waren die Müllbeutel, die meist an den Schalthebel gehängt werden, noch unbekannt und damit fiel für die Schüler der Startschuss. Sie bauten ihr Unternehmen auf, nähten die Beutel selbst aus teils gespendeten Jeans- und Neoprenstoffen und vermarkteten sie über die sozialen Medien, aber auch zusammen mit lokalen Wirtschaftspartnern.

Unter anderem hat jetzt auch die Waldecker Bank 200 der Müllbeutel für alle Mitarbeiter angeschafft. Außerdem werden in der Filiale in der Korbacher Prof.-Bier-Straße die „Trashbags“ für je 12,99 Euro verkauft. „Wir finden die Idee toll und wollten die Schüler unterstützen“, sagt Carsten Stumpe.

Einen Teil der Einnahmen – bislang waren es 250 Euro – spendet die Schülerfirma an den Korbacher Naturschutzbund NABU.

Zusammen mit acht weiteren Schülerfirmen stellte sich „Clean Ditch“ jetzt beim Landeswettbewerb – und gewann. „Wir waren positiv überrascht“, sagt Giulia Weishaupt, die Vorstandsvorsitzende der Schülerfirma ist. Aufgrund der Einschränkungen durch Corona wird es Mitte des Monats zwar keine Fahrt nach Berlin geben, wie es eigentlich von den Organisatoren geplant war. Doch in einem Live-Interview übers Internet stellen sich die Schüler dann der Jury. Sollten die Waldeck-Frankenberger auch dort die Nase vorn haben, dürfen sie ihre Geschäftsidee auf Europaebene vorstellen.

Wie auch immer die Entscheidung aussieht: Am Ende des Schuljahrs wird die Schülerfirma, wie von vornherein geplant, aufgelöst. Es sei denn, so sagt Lehrerin Katrin Mankel, ein Schüler möchte weitermachen und sich damit selbstständig machen. Zwei Interessenten gebe es sogar bereits, sagt Michael Grosche, Abteilungsleiter an den Beruflichen Schulen.

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