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Silvester in Waldeck-Frankenberg: Große Nachfrage nach Feuerwerk

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Von: Denise Dörries, Philipp Daum, Elmar Schulten, Wilhelm Figge

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Feuerwerk zum Jahreswechsel: Andreas Wickert und seine Söhne Andrew (hinten) und Steven decken sich im Frankenberger Herkules Bau- und Gartenmarkt für Silvester mit Feuerwerkskörpern ein.
Feuerwerk zum Jahreswechsel: Andreas Wickert und seine Söhne Andrew (hinten) und Steven decken sich im Frankenberger Herkules Bau- und Gartenmarkt für Silvester mit Feuerwerkskörpern ein. © Denise Dörries

Nach zwei Jahren Verkaufsverbot von Knallern, Böllern und Raketen war die Nachfrage für Feuerwerkskörper groß. Wir haben Einzelhändler in Waldeck-Frankenberg gefragt, wie der Verkauf angelaufen ist.

Waldeck-Frankenberg – Nachdem Silvester in den vergangenen beiden Jahren nur mit Corona-Regeln und Feuerwerksverboten gefeiert werden durfte, freuen sich viele Menschen darauf, den Jahreswechsel heute Abend ohne Einschränkungen erleben zu können. Und trotz Umweltbelastung, Ukraine-Krieg und ohnehin vollen Krankenhäusern gehört für viele Menschen Feuerwerk nach wie vor zu Silvester dazu, wie die große Nachfrage seit dem Verkaufsstart am 29. Dezember zeigt.

„Heute Morgen standen direkt acht bis neun Personen vor der Tür, die Feuerwerk kaufen wollten“, berichtete Stefan Liesch, Mitarbeiter im Herkules Bau- und Gartenmarkt in Frankenberg, zum Verkaufsstart am Donnerstag, 29. Dezember. Der Herkules-Markt erziele mit dem Verkauf von Knallern, Raketen und Böllern zum Jahresende einen guten Umsatz. Das Sortiment an Feuerwerk orientiere sich an den Verkaufszahlen der vergangenen Jahre vor Corona. „Wie es bis jetzt aussieht, verkaufen wir mehr als die letzten Jahre. Die Nachfrage ist etwas gestiegen“, prognostizierte Liesch schon am Donnerstagvormittag, dem ersten der drei Verkaufstage.

Zu den Feuerwerkskäufern im Herkules-Markt gehörten auch Andreas Wickert und seine Söhne Andrew und Steven aus Löhlbach. „Für mich gehört Feuerwerk ein bisschen zum Jahreswechsel dazu“, sagte Wickert. Seine Söhne freuen sich ebenfalls über das knisternde und leuchtende Feuerwerk in der Silvesternacht. „Die letzten beiden Jahre haben wir es schon ein bisschen vermisst.“

Korbach: Lidl und Edeka verzeichnen großen Andrang

Auch im Lidl-Markt in der Medebacher Landstraße in Korbach war in den vergangenen Tagen sehr viel los – das lag auch am Feuerwerkskauf. In den Gängen mit den Raketen, Böllern und Pyrotechnik herrschte dichtes Gedränge – zusätzliches Personal packte laufend Kartons mit Feuerwerk-Nachschub aus.

„Der Feuerwerksverkauf ist erstaunlich gut gelaufen“, berichtet Jens Selbmann vom Edeka-Markt in der Strother Straße in Korbach. Das habe er im Vorfeld kaum abschätzen können. Die Frage, ob die Leute nach zwei Jahren Pause Nachholbedarf haben oder sich das Böllern abgewöhnt haben, sei das eine. Noch schwieriger machte die Einschätzung, ob ihre Finanzen es in der Krise zulassen.

Ob sich die ständigen Diskussionen um Sinn und Unsinn des Feuerwerks auf die Kunden auswirken, könne er nicht beurteilen. Er denke aber schon: „Für viele gehört es zwischen den Jahren einfach dazu.“ Die Klassiker bleiben beliebt, vor allem die altbewährte Silvester-Rakete. Rückläufig seien eher die China-Böller.

Einige Märkte verkaufen kein Feuerwerk mehr

In Bad Arolsen ist das Interesse an Silvesterböllern ebenfalls ungebrochen groß. Hubertus Hagemeier berichtet, dass in seinem Rewe-Markt Raketen und Kracher gefühlt genauso stark nachgefragt seien wie vor der Corona-Pandemie. Das könne auch mit der Tatsache zusammenhängen, dass einige Baumärkte angekündigt hätten, diesmal keine Böller zu verkaufen. Im Übrigen habe er in diesem Jahr etwas weniger Knaller eingekauft, damit bei der geplanten Geschäftsübergabe zum Jahreswechsel weniger unverkaufte Raketen übrig bleiben.

Im Hagebau-Markt in Mengeringhausen werden schon seit mehreren Jahren keine Böller mehr verkauft. Der Aufwand für Einkauf, Werbung und Rückabwicklung der unverkauften Böller sei für diese besondere Ware, die nur an drei Tagen im Jahr verkauft werden darf, einfach zu hoch, heißt es von der Geschäftsleitung.

Den Feuerwerksverkauf nach mehr als 20 Jahren aufgeben hat Jürgen Kettschau, der Sportgeschäfte in Korbach, Frankenberg und Bad Wildungen betreibt. Nur letzte Reste bot er an. Er habe mit seinen Partnern bei Intersport gesprochen: „Wir haben uns entschieden, aus Nachhaltigkeitsaspekten darauf zu verzichten.“  (ded/dau/es/wf)

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