Meinungen gehen auseinander

Spinne in Korbacher Supermarkt: War sie giftig oder doch harmlos?

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In einer Bananenkiste hatte ein Kunde die Spinne entdeckt. Der Supermarkt wurde geräumt, Feuerwehr und Polizei waren im Einsatz. Mit Schutzhandschuhen wurde das Tier aus dem Karton geholt. 

Die Meldung sorgte am Wochenende für Wirbel: In einem Bananenkarton in einem Korbacher Supermarkt hatte ein Kunde eine Spinne entdeckt. Jetzt wird spekuliert.

Die Feuerwehr rückte an, beim Entfernen wurde das Tier getötet. Unklar ist: War es tatsächlich eine hochgiftige Bananenspinne? Darüber gehen die Meinungen auseinander.

Dass das Tier eine Bananenspinne gewesen sei, sagt Harald Huthwelker aus Ober-Ense. Ein Polizist hatte ihm am Freitag das Aussehen des Tiers beschrieben. Huthwelker beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit (Vogel-)Spinnen, besaß rund 20 Exemplare.

Spinne in Korbacher Supermarkt: Zweifel an der Art

Zweifel hat Lars Lelitko. Dass einige Bananenspinnen tatsächlich hochgiftig sind, bestätigt der Züchter von Vogelspinnen aus Korbach. Er ist aber sicher: Das Tier, das im Supermarkt entdeckt wurde, ist keine Bananenspinne. Er selbst war nicht vor Ort, vermutet aber anhand eines Fotos, dass es eher eine Krabbenspinne gewesen sein könnte. Es sei extrem selten der Fall, dass Bananenspinnen aus Südamerika hier angekommen, noch dazu lebend.

Unscheinbar sieht die Spinne aus. Unklar ist, ob es eine Bananenspinne war.

Nachträglich zu bestimmen, welche Spinnenart es tatsächlich war, ist nicht mehr möglich. Das Tier wurde bereits entsorgt. Und nur mit Spinne sei das korrekte Bestimmen möglich, sagen beide Experten.

Ob giftig oder harmlos: Einen solchen Einsatz hatte die Korbacher Feuerwehr bisher nicht, sagt der stellvertretende Wehrführer Holger Figge. Schon das Stichwort bei der Alarmierung ließ die Kameraden der Feuerwehr aufhorchen: „Bananenspinne in Supermarkt“. Über die Leitstelle habe man weitere Infos angefordert, sagt Figge. Die Antwort kam schnell: Aggressiv, gefährlich und hochgiftig sei die Bananenspinne. „Ein eigenartiges Gefühl“, sagt Figge. „Aber wir wollten es auf uns zukommen lassen.“

Spinne war nicht aggressiv

Ein Mitarbeiter der Security brachte die zwölf Feuerwehrkräfte in die Obstabteilung. „Um sicher zu gehen, räumten wir den Markt.“ Alle Kunden und Mitarbeiter mussten raus. Aggressiv sei die gut acht Zentimeter große Spinne schließlich nicht gewesen. „Sie bewegte sich langsam“, sagt Figge. Seine Vermutung: Durch die lange Reise war sie geschwächt.

Die Feuerwehr untersuchte alle Bananenkartons

Ein Feuerwehrmann holte sie mit Schutzhandschuhen heraus. Als das Tier samt Bananen in mehrere Tüten befördert wurde, fiel eine Banane darauf und zerquetschte es. Wäre das Tier nicht gestorben, hätte es möglicherweise die Polizei anschließend getötet, sagt Dirk Richter, Sprecher der Polizei. Denn: Von der Spinne ging eine Gefahr aus.

Sämtliche andere Bananenkisten kontrollierten die Einsatzkräfte der Feuerwehr noch, weitere Spinnen wurden aber nicht entdeckt. Der Markt konnte wieder geöffnet werden.

Nicht zwangsläufig tödlich

Selbst wenn es eine giftige Bananenspinne gewesen sei: Nach einem Biss müsse man nicht zwangsläufig sterben, sagt Lars Lelitko. „Die medizinische Versorgung in Deutschland ist sehr gut. Wenn man weiß, was einen gebissen hat, kann man mit Gegengift versorgt werden.“

Immer mal wieder trifft die Feuerwehr bei Einsätzen auf exotische Tiere. Eine bessere Vorbereitung darauf sei aber bei freiwilligen Feuerwehren kaum möglich, sagt Stadtbrandinspektor Carsten Vahland. Bei Berufsfeuerwehren dagegen gebe es Einsatzkräfte, die für die unterschiedlichsten Bereiche ausgebildet seien. „Wir sind angewiesen auf Unterstützung aus dem Hintergrund, beispielsweise über die Leitstelle.“ Von dort aus würden Infos über Experten eingeholt, im Zweifel kommt der Experte auch zum Einsatzort, den die Wehr sichere.

Der Leiter des Marktes an der Flechtdorfer Straße wollte sich nicht äußern.

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