Verkehrsvertrag wird neu ausgeschrieben

Stadtbus Korbach: Noch keine Alternative zum Diesel

Der Stadtbusverkehr in Korbach wird neu ausgeschrieben. Ein Planungsbüro hat geprüft, ob ein Umstieg auf alternative Antriebe sinnvoll ist.
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Der Stadtbusverkehr in Korbach wird neu ausgeschrieben. Ein Planungsbüro hat geprüft, ob ein Umstieg auf alternative Antriebe sinnvoll ist.

Im Kampf um saubere Luft setzen immer mehr Städte Busse mit Elektromotor ein. Auch die Stadt Korbach hat geprüft, ob Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Stadtbusverkehr fahren können.

Korbach – Der Zeitpunkt für einen Umstieg würde passen: Der aktuell gültige Verkehrsvertrag läuft im Dezember 2022 aus und muss neu ausgeschrieben werden. Doch die Kosten im Vergleich zum herkömmlichen Diesel sind horrend.

Die Flotte des Korbacher Stadtbusverkehrs ist klein: Gerade einmal zwei Fahrzeuge sind auf den fünf Linien unterwegs. „Das System gewährleistet eine Grundversorgung, die quasi das gesamte Stadtgebiet abdeckt. Unter Berücksichtigung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses hat sich dieses System bewährt und bedeutet ein für Korbach speziell zugeschnittenes System“, erläuterte Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland im Haupt- und Finanzausschuss.

Im Auftrag der Stadt hat das Planungsbüro IG DB aus Dreieich nun untersucht, ob alternative Antriebe im Stadtbusverkehr denkbar sind. Eine der Kernaussagen: Investitionen in die Infrastruktur für alternative Antriebsformen lohnen sich erst ab einer bestimmten Flottengröße. Batteriebetriebene Busse sind etwa doppelt so teuer und Fahrzeuge mit Brennstoffzellen kosten das zweieinhalbfache von vergleichbaren Dieselfahrzeugen der Abgasstufe Euro VI.

Für den Betrieb der Busse mit alternativen Antrieben sind außerdem zusätzliche Investitionen notwendig – unter anderem in die Infrastruktur, das Personal sowie in die Steuerung und Unterhaltung. Zwar plant der Bund, bis zu 80 Prozent der Investitionsmehrkosten zu fördern, für das finanziell auf Kante gestrickte Stadtbusmodell wäre der Umstieg trotzdem kaum zu stemmen.

Erst eingebettet in Konzepte von Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), Landkreis und Nordhessischem Verkehrsverbund (NVV) würden Antriebe mit Batterien oder Brennstoffzellen auch für Korbach Sinn ergeben. Doch diese liegen erst mittelfristig vor. Fazit der Planer: Um alternative Antriebsformen schon jetzt in der Ausschreibung vorzuschreiben, sei es noch zu früh, die Möglichkeit einer späteren Umrüstung müsse aber offen gehalten werden.

Für den Stadtbusverkehr sind einige Verbesserungen geplant. Unter anderem ändert sich die Konfiguration der Fahrzeuge: Durch Klappsitze im Mittelbereich soll es mehr Platz für Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren geben. Geplant ist auch, durch Anpassungen bei den Linien den Anschluss an den Zugverkehr am Hauptbahnhof zu verbessern. Das Wohngebiet im Bereich der Weizackerstraße soll durch eine veränderte Linienführung besser erschlossen werden.

Die Anbindung des Kinos in der Briloner Landstraße wird durch die Verlegung einer Haltestelle auf der NVV-Linie 507 in diesem Jahr erreicht. Vorteil dieser Lösung: Das Fahrplanangebot dieser Linie geht ab Dezember 2022 weit über das Stadtbusangebot hinaus. Die Busse fahren hier auch in den Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen. Schon jetzt ist die Anbindung des Wohngebiets Am Fischerweg/Am Taubenrain durch eine neue Haltestelle in der Wildunger Landstraße verbessert.

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