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Grünflächen: Korbacher Bauhof ersetzt Saisonpflanzen häufiger durch Stauden-Mischgewächse

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Von: Philipp Daum

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Resistenter gegen Trockenheit: Bauhof-Leiter Timo Schönweitz (links) und Gerd Schürmann, Bereichsleiter Grünflächen, zeigen eine Zierdistel im Korbacher Stadtpark. Die Staudenart hat dort im Zuge des Klimawandels eine saisonale Bepflanzung ersetzt.
Resistenter gegen Trockenheit: Bauhof-Leiter Timo Schönweitz (links) und Gerd Schürmann, Bereichsleiter Grünflächen, zeigen eine Zierdistel im Korbacher Stadtpark. Die Staudenart hat dort im Zuge des Klimawandels eine saisonale Bepflanzung ersetzt. © Philipp Daum

„Die Situation verschärft sich von Jahr zu Jahr“, berichtet Gerd Schürmann. Der Bereichsleiter Grünflächen beim Korbacher Bauhof betont, dass es auch in der Kernstadt und den Ortsteilen seit einigen Jahren einen Strategiewechsel bei der Bepflanzung von Grünflächen gebe. Grund seien häufigere und längere Trockenperioden.

„Wir reduzieren deshalb in bescheidenem Ausmaß die saisonalen Bepflanzungen, die im Sommer vor allem den Blühaspekt im Fokus haben. Stellenweise kommen nun Stauden- und Mischgewächse auf die Grünflächen.“ Diese seien resistenter gegen die Klimaveränderungen. Außerdem sei der Gießbedarf geringer.

Im Detail heißt das: Begonien, Geranien oder Chrysanthemen finden sich im Stadtbild zwar weiterhin, werden aber an einigen Stellen gegen resistentere Pflanzen ersetzt. „Vor etwa sieben Jahren hatten wir 100 Prozent saisonale Bepflanzungen. Mittlerweile wurden davon 30 Prozent auf Wechselbepflanzungen mit Stauden-Mischgewächsen umgestellt“, sagt Gerd Schürmann. Ein Vorteil bei diesen Pflanzenarten sei auch, dass sich diese – sollte die Trockenheit voll zuschlagen – beim nächsten Niederschlag regenerierten.

Im Einsatz: Gärtner Benjamin Thieme bewässert mit einem hydraulischen Gießarm die Pflanzen im Stadtpark.
Im Einsatz: Gärtner Benjamin Thieme bewässert mit einem hydraulischen Gießarm die Pflanzen im Stadtpark. © Philipp Daum

Auch bei den Baumpflanzungen in Korbach und den einzelnen Ortsteilen gibt es nach Auskunft des Bereichsleiters – „bedingt durch den Klimawandel“ – andere Strategien. Er weist in diesem Zusammenhang auf die Ecke Moersstraße/Knipschildstraße in der Kernstadt hin. „Dort wurden an den Gehwegen einst Linden gepflanzt, die aber nicht richtig behandelt wurden. In den vergangenen Jahren kamen dann die häufigeren Trockenperioden hinzu, sodass die Linden nie richtig gewachsen sind“, erläutert Gerd Schürmann. Die Bäume seien daraufhin entfernt worden. „Es wurden – im Sinne der innerstädtischen Begrünung – dort neue, zukunftsfähige Bäume gepflanzt. Hierbei handelt es sich um sogenannte Amberbäume, die zu den klimaresistenteren Varianten gehören.“

Damit die Bäume richtig anwachsen, ist laut Schürmann mittlerweile ein höherer Gießaufwand notwendig. „Als wir vor zehn Jahren einen Baum neu gepflanzt haben, wurde dieser zwei Jahre lang immer noch bewässert. Dieser Zeitraum hat sich wegen der zunehmenden Trockenheit verdoppelt.“

Gerd Schürmann berichtet, dass der Bauhof in der Korbacher Kernstadt und in den Ortsteilen zusammengenommen rund 20 Hektar Grünflächen pflege. Zu den Aufgaben gehörten neben dem Gießen auch Heckenschnitt-Arbeiten und das Mähen von Rasenflächen. Im Moment liege der Fokus aber auf der Bewässerung der Pflanzen und Bäume. „Derzeit sind im Wechsel zwei bis drei Personen mit diesen Arbeiten beschäftigt. Es wird in bestimmten Abständen gegossen. Im Grunde kann man sagen, dass sich in der Hitzeperiode im Juli und August im Schnitt eine Person täglich um die Bewässerung städtischer Grünflächen kümmert“, sagt der Bereichsleiter.

Mit Blick auf die Technik hat der Bauhof auch weitere Entwicklungsschritte unternommen. Schürmann: „Wir haben die Gießarbeiten effizienter gemacht. Vor einigen Jahren ist der Mitarbeiter mit dem Fahrzeug rausgefahren, ist an der entsprechenden Grünfläche ausgestiegen und hat die Pflanzen mit einer Handbrause bewässert. Heute gießen wir das meiste mit Hydraulischen Gießarmen, den Mitarbeiter aus dem Fahrzeug heraus bedient.“

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