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Straßenmusiker begeistern beim ersten Hanse-Festival in Korbach

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 Ein Publikumsmagnet beim Korbacher Hanse-Festival waren die beiden Schlagzeuger von „Buck it“, die aus Australien nach Berlin gezogenen Musiker nutzten Kunststofftonnen, Töpfe als Klangkörper für ihre flotten Rhythmen.
Ein Publikumsmagnet beim Korbacher Hanse-Festival waren die beiden Schlagzeuger von „Buck it“, die aus Australien nach Berlin gezogenen Musiker nutzten Kunststofftonnen, Töpfe als Klangkörper für ihre flotten Rhythmen. © Karl Schilling

Internationales Flair erlebten Tausende Besucher am Wochenende beim ersten Hanse-Festival der Stadt und der Hanse. 16 Künstler und Bands aus vier Kontinenten präsentierten Straßenmusik verschiedener Stilrichtungen.

Korbach – Die Musiker traten an sieben Spielstätten am Hauptbahnhof, an der Sparkasse in der Fußgängerzone, Auf dem Kampe, im „Loch“, vor Henkel, an der Nachtwächter-Statue und vor der Waldecker Bank auf. Das Publikum erlebte an den beiden Tagen 16 Stunden echte, handgemachte Musik.

Erfahrene Künstler

Und die erfahrenen Künstler wussten, wie sie ihr Publikum packen konnten. Ob die australischen Schlagzeuger von „Buck it“, die Folk-Band „Ticket to Happieness“, die Instrumentalisten von „Kallidad“ aus Australien oder das Trio „Trouble Notes“ – schnell versammelten sich Menschentrauben vor den Musikern, die gekonnt ihre Shows präsentierten und mit ihrer unbändigen Spielfreude mitrissen. Gerade die Sängerin Daiana Lou aus Italien überzeugte mit ihrer Band: Exzentrik, gepaart mit kräftigem „Alternative Pop“.

Heimische Interpreten waren Nadine Fingerhut und Mark Freier, aus der Region kamen das Duo Wuthe & Faust und die „Hutsbrüder“ mit ihren heiteren Songs. Viele Besucher klatschten und tanzten mit, immer lauter wurde der Applaus.

Spannender Stilmix mit melodischem Ergebnis

In Schubladen lassen sich die Musiker ungern stecken, sie zeigten sich experimentierfreudig, mischten munter Stile und Kulturen, machten dabei ihr eigenes Ding, das aber durchweg melodisch war. Und das kam an: Musik zum Mitmachen, zum Mitswippen – aber auch zum Nachdenken. Es gab deutsche Texte, aber auch viele in anderen Sprachen der Welt. Andere brauchten keine Worte, um sich verständlich zu machen – dafür ließen sie ihre Instrumente sprechen.

Auf der Henkel-Bühne bot das Jugendhaus an beiden Tagen eine „Open Stage“ für Nachwuchs-Bands und -Musiker an. Am Samstag war dort Poesie zu hören.

Bummel durch Korbach

Am Sonntag hatten die Geschäfte geöffnet, manch Familie nutzte den Besuch zu einem Bummel durch die Fachgeschäfte. Danach setzten sie sich vor den Cafés oder den Gastronomieständen ins Freie, genossen kühle Getränke und lauschten den Klängen, die durch die Fußgängerzone hallten. Viel zu tun hatten die Gastronomen – das kulinarische Angebot war ebenso international wie die Musik und reichte von den Waldecker „Schepperlingen“ über französische Crêpes, den elsässischen Flammkuchen und das italienische Eis bis hin zu den Klassikern vom Grill oder zu frischen Waffeln und Kuchen.

Und so klang das Festival gestern Abend bei sommerliche Temperaturen aus.

Begeisterung am Ende

Am Ende gab es nur strahlende Gesichter. Das Publikum: begeistert. Die Musiker: beeindruckt und erfreut von der Resonanz des Publikums. Die Veranstalter Stadt und Hanse: Hochzufrieden mit der gelungenen Premiere. Und so gab Bürgermeister Klaus Friedrich gestern Abend ein Versprechen ab: „Wir werden das Hanse-Festival im nächsten Jahr wiederholen – wenn sie mir zustimmen.“ Das Publikum antwortete mit donnerndem Applaus. Und so dürfte die zweite Auflage des Straßenmusik-Frestes gesichert sein.

Publikum kürt Festival-Sieger

Zum Abschluss gab es auf der Bühne am Berndorfer Tor noch eine Preisverleihung: Das Publikum hatte an den beiden Festival-Tagen mit Bällen ihre Lieblingsmusiker gewählt. Die Veranstalter hatten ein Preisgeld von 1000, 600 und 400 Euro ausgelobt. Der künstlerische Leiter Jörg Pfeil gab das knappe Ergebnis bekannt:

Die Festival-Sieger:Beim Publikumsvotum kam Daiana Lou aus Italien mit ihrer Band auf den ersten Platz. „Tribubu“ landete auf Platz zwei, das Vokaltrio „Hutsbrüder“ aus Warburg und Goldhausen sicherte sich den dritten Rang. Die Veranstalter von Stadt und Hanse, Goldmarie Tabea Adam sowie der künstlerische Leiter Jörg Pfeil gratulierten.
Die Festival-Sieger:Beim Publikumsvotum kam Daiana Lou aus Italien mit ihrer Band auf den ersten Platz. „Tribubu“ landete auf Platz zwei, das Vokaltrio „Hutsbrüder“ aus Warburg und Goldhausen sicherte sich den dritten Rang. Die Veranstalter von Stadt und Hanse, Goldmarie Tabea Adam sowie der künstlerische Leiter Jörg Pfeil gratulierten. © Karl Schilling

„In Korbach spielt die Musik“

„In Korbach spielt die Musik“, erklärte Friedrich, das Festival habe gezeigt, dass Korbach und die Gäste offen seien für Neues und gern feierten. Und die Künstler seien begeistert gewesen von der Großzügigkeit der Besucher. Schließlich lebten sie von den Euros, die sie mit ihren Auftritten sammelten. Auch die Stimmung sei an beiden tagen gut gewesen – was auch Parlamentschefin Lieselotte Hiller unterstich.

Für die Stadt sei es etwas Neues gewesen, das Festival zu organisieren, sagte Friedrich. Es sei ein Modell für die Mitbürger und für den Einzelhandel, der durch die Corona-Lockdowns und andere Krisen gebeutelt sei. Es gelte, Besucher in die Stadt zu holen und als Einkaufsmetropole vorn zu bleiben. Wichtig sei die Unterstützung der Sponsoren Waldecksiche Landeszeitung, Waldecker Bank und der Gesellschaft Energie Waldeck-Frankenberg gewesen.

„Es war eine rundherum tolle Veranstaltung, alle sind zufrieden“, bilanzierte der Vorsitzende der Hanse, Jürgen Tent. Die Künstler, die Einzelhändler und die Schausteller hätten es „toll“ gefunden. Er hob die Unterstützung der Stadt hervor, die etwa mit dem Bauhof einen „riesigen Aufwand gemeistert habe, „das hätte die Hanse allein nicht hingekriegt.“ Auch Tent sprach sich sofort für eine Wiederholung des Festivals aus.

Zweite Auflage folgt

„Es ist genau so gelaufen, wie wir es uns erhofft haben“, erklärte der künstlerische Leiter Jörg Pfeil, der alle Musiker in die Stadt geholt hatte. Die Künstler seien zufrieden. Die Vorbereitung sei eine „unfassbar rolle Erfahrung“ gewesen, er hat schon einige Interessenten für zweite Festival in seinen Akten – „wir werden es auf dem selben Niveau halten.“

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