Stromausfälle

Sturmtief Hendrik: Bahnverkehr zwischen Korbach und Brilon eingestellt

Vorsicht auf den Straßen: Hinter Rhenegge in Richtung Heringhausen liegt Astwerk auf der Fahrbahn.
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Vorsicht auf den Straßen: Hinter Rhenegge in Richtung Heringhausen liegt Astwerk auf der Straße.

Es pfeift und rüttelt in Waldeck-Frankenberg: Der erste Herbststurm ist da. Das Sturmtief „Hendrik“ wirbelt seit Donnerstagnacht im Landkreis.

Mittlerweile gibt es erste große Behinderungen im Bahnverkehr: Aufgrund von Sturmschäden ist der Verkehr im gesamten Streckennetz der Kurhessenbahn bis auf weiteres eingestellt worden. Davon betroffen ist etwa die Strecke zwischen Brilon und Korbach. Nach Angaben von Hans-Martin König, Leiter Infrastruktur, liegen „etliche Bäume im Gleis“. Die Triebwagen haben alle rechtzeitig halten können und stehen in den Bahnhöfen, es gebe keine Schäden an den Fahrzeugen. „Wir hoffen, dass wir in ein paar Stunden den Verkehr wieder aufnehmen können“, sagte König am Mittag.

Nach Informationen des Energieversorgers EWF kam es in Folge des Sturmtiefs Hendrik am Donnerstagvormittag, 21. Oktober, in mehreren Orten des Netzgebiets zu Stromausfällen aufgrund von Störungen im Mittelspannungsnetz. Der Entstörungsdienst der EWF war ab etwa 9.30 Uhr im Netzgebiet im Einsatz, um vor Ort Störungen zu beheben. Umgestürzte Bäume waren die Hauptursache für die Störungen. Der Sturm erschwerte den Einsatz der EWF-Techniker vor Ort. Das gilt für Arbeiten an Freileitungen auf freiem Feld außerhalb von Ortschaften und vor allem in schwer zu erreichenden Waldgebieten.

Bei einer Störung im Mittelspannungsnetz werden einzelne Teilstrecken vom Netz genommen, damit dort die Reparaturarbeiten durchgeführt werden können. Die Versorgung der Ortschaften erfolgt dann in der Regel über andere Teile des Mittelspannungsnetzes.

Vorsicht ist im Straßenverkehr angesagt: Äste oder sogar ganz Bäume können auf den Wegen liegen. Auf der Aartalstraße vor Flechtdorf hat die Straßenmeisterei ein paar dickere Äste zersägt und von der Fahrbahn geräumt. Ähnlich sieht die Situation auf den anderen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen aus: Bäume und Äste auf der Fahrbahn gebe es flächendeckend über den gesamten Landkreis vereilt, berichtet die Polizei in Korbach. Die Straßenmeistereien und Feuerwehren hätten gut zu tun gehabt.

Sturmschäden beim Zirkus Barelli: Einige Ösen der Seitenwände des Zelts sind ausgerissen, die Seitenwände hängen herunter.

Aber auch der Zirkus Barelli ist von Sturmschäden betroffen: Schon in den frühen Morgenstunden entstanden Schäden im Winterquartier in Ernsthausen. Aber auch in Korbach, wo der Zirkus derzeit gastiert, hat „Hendrik“ für Schäden gesorgt: Einige Ösen der Seitenwände des Zirkuszelts waren ausgerissen, die Seitenwände hingen herunter, die Tiere waren patschnass und unruhig. Mit Unterstützung der Korbacher Feuerwehr wurde das Zelt wieder hergerichtet. Zirkusdirektor Timmy Barelli rechnet aber mit Kosten von mehreren Tausend Euro, um das Zelt zu reparieren.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor schweren Sturmböen im Waldecker Land mit Geschwindigkeiten zwischen 75 km/h und 90 km/h anfangs aus südwestlicher, später aus westlicher Richtung. In Schauernähe sowie in exponierten Lagen muss mit orkanartigen Böen bis 110 km/h gerechnet werden.

In der ursprünglichen Version des Artikels war vom Sturmtief „Ignatz“ die Rede. Der Deutsche Wetterdienst hat inzwischen eine Korrektur veröffentlicht: Während „Ignatz“ am Mittwoch über Deutschland fegte, wurde das Sturmtief am Donnerstag durch „Hendrik“ abgelöst.

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