Teppich Frick ist insolvent - Filiale in Korbach schließt

Die Türen der Frick-Filiale in Korbach sind verschlossen, der Besitzer der Immobilie sucht neue Mieter. Foto: Benseler

Korbach. Die Türen sind zu, Informationen für die Kunden gibt es nicht: Seit zwei Wochen ist die Korbacher Frick-Filiale geschlossen. Die Fachmarktkette ist insolvent und hat bundesweit ihre Filialen dicht gemacht.

In Korbach sind nach Angaben des früheren Filialleiters Werner Bangen drei Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Geld ist in der Unternehmenszentrale in Ratingen offenbar nicht mehr zu holen: Das Amtsgericht Düsseldorf hat am 29. Juli das Insolvenzverfahren eröffnet. Am gleichen Tag hat Insolvenzverwalter Dr. Biner Bähr (Düsseldorf) Masseunzulänglichkeit angezeigt. Das bedeutet, dass das bei Frick noch vorhandene Vermögen noch nicht einmal ausreicht, um die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken.

An Korbach kann es nicht gelegen haben, dass die einst florierende Kette in wirtschaftliche Schieflage gerutscht ist: „Die Filiale ist gut gelaufen“, sagt jedenfalls Bangen, der erst 2013 die Verantwortung für den etwa 500 Quadratmeter großen Laden übernommen hatte und ihn grundlegend renovieren ließ.

Mit zuletzt nur noch rund 40 Fachmärkten gehörte Frick immer noch zu den größten Filialisten im Bereich Bodenbeläge und Heimtextilien in Deutschland. Die Zahl der Filialen wurde im Verlauf der letzten drei Jahre allerdings von ursprünglich über 80 auf inzwischen noch 42 nahezu halbiert. Insgesamt beschäftigte das Unternehmen nach Angaben der Düsseldorfer Kanzlei White & Case etwa 170 Mitarbeiter. Korbach war die letzte verbliebene Filiale in Hessen.

Für die Fachmarktkette ist es bereits die zweite Insolvenz innerhalb kurzer Zeit: Im Jahr 2012 durchlief das Unternehmen ein Schutzschirmverfahren. Und zehn Jahre zuvor hatte der Teppichboden-Großhändler, damals noch mit Hauptsitz in Burgwald, ebenfalls Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen verfügte damals über bundesweit 170 Filialen und gehörte je zur Hälfte der Rewe-Gruppe in Köln und der belgischen „Interiors for Europe“. Die Goldkuhle-Unternehmensgruppe aus Ratingen führte ab Ende 2002 schließlich einen Teil der Läden weiter. (lb)

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