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Tiny-Häuser sollen in der Korbacher Kernstadt entstehen

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Von: Philipp Daum

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So kann ein Tiny-Haus aussehen: Diese Variante steht in Calden-Meimbressen. Was für Tiny-Häuser nach Korbach kommen sollen, steht noch nicht fest.
So kann ein Tiny-Haus aussehen: Diese Variante steht in Calden-Meimbressen. Was für Tiny-Häuser nach Korbach kommen sollen, steht noch nicht fest. © Marie Klement

Die Tiny-Haus-Bewegung befindet sich laut Karl Suck (CDU) in Deutschland zwar noch in den Anfängen – doch die Stadt Korbach sollte schon jetzt untersuchen, ob insbesondere in der Kernstadt geeignete, erschlossene und zusammenhängende Flächen für den Bau von Tiny-Häusern vorhanden seien.

Einen entsprechenden Antrag brachte die CDU-Fraktion bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses ein.

„Der Wohnungsmarkt ist aktuell von steigenden Mietpreisen gekennzeichnet. Oft gestaltet es sich schwierig, eine Wohnung oder ein geeignetes Baugrundstück zu finden“, sagte Suck. Außerdem seien viele Menschen an einer alternativen Wohn- und Lebensweise interessiert und wollen in einer kleineren Wohnung oder einem kleineren Haus leben. Für diese Menschen seien Tiny-Häuser interessante Wohn-Alternativen.

„Bei Tiny-Häusern handelt es sich um eine minimalistische Form von Wohngebäuden, mit denen man das Bedürfnis vieler Menschen nach den eigenen vier Wänden mit vergleichsweise überschaubaren finanziellen Mitteln umsetzen kann“, berichtete Suck. Die Bewohner von Tiny-Häusern reduzierten ihren Hausstand auf das Wesentliche und wollen einen Beitrag zum nachhaltigen Wohnen leisten. Durch die kompakte Bauweise könnten außerdem die Flächenversiegelung verringert und vorhandene Baulücken geschlossen werden.

Die CDU-Fraktion beauftragte den Magistrat in dem Antrag ebenfalls damit, zu prüfen, welche Lagen über die Kernstadt hinaus noch geeignet wären, um Flächen für Tiny-Häuser auszuweisen. Außerdem sollen die baurechtlichen Voraussetzungen für den Bau solcher Häuser überprüft werden.

Das Nötigste ist vorhanden: Tiny-Häuser haben eine Küche sowie einen Bad- und Schlafbereich.
Das Nötigste ist vorhanden: Tiny-Häuser haben eine Küche sowie einen Bad- und Schlafbereich. © Marie Klement

Alle anderen Mitglieder des Bauausschusses begrüßten die geplante Ausweisung von Flächen für die Errichtung von Tiny-Häusern. Bei der Abstimmung sprachen sie sich – auch im Namen ihrer jeweiligen Fraktion – einstimmig dafür aus. Für Stefan Bongert (SPD) stellen Tiny-Häuser ebenfalls eine sinnvolle Möglichkeit dar, um Wohnraum in der Kernstadt zu schaffen. Allerdings wies er auch auf die Leerstände in den Ortsteilen hin. „Wir müssen uns deshalb ebenfalls darum kümmern, dass die frei werdenden Häuser und Wohnungen in den Dörfern wieder attraktiv werden, damit Menschen dort einziehen und leben wollen. Hier spielt natürlich auch eine bessere Verkehrsanbindung eine entscheidende Rolle“, so Bongert.

Das sah auch Jochen Rube (FDP) ähnlich: „Wir haben in Korbach aktuell vielleicht nicht so den Druck im Wohnungsmarkt wie das in größeren Städten der Fall ist. Aber es wird sich auch bei uns in diese Richtung entwickeln. Wir brauchen daher einen Gesamtplan zur Wohnraumerweiterung.“

„Mit den Tiny-Häusern haben wir eine sehr flächensparsame Wohnnutzung. Natürlich ist das alles erst mal neu. Doch in anderen Kommunen in Deutschland finden wir diese Häuser bereits, daher kann man sich auch – was weitere Schritte betrifft – gut darüber informieren“, sagte Dr. Peter Koswig (Grüne). Mit Blick auf den Klimaschutz seien feste Tiny-Häuser eine Möglichkeit und eine bessere Umsetzung energetischer Standards. Womöglich seien auch Passivhäuser zu realisieren.

Bernd Klaus (Freie Wähler) wies darauf hin, dass die gestiegenen Grundstücks- und Baupreise für Bauherren mittlerweile eine enorme Herausforderung seien. „Alternativen sind daher wichtig. Wir halten Tiny-Häuser auch deshalb für sinnvoll, weil sie eventuell für Mitarbeiter heimischer Unternehmen oder Schüler, die von auswärts kommen, eine gute Wohn-Möglichkeit für in der Woche bieten.“

Hintergrund: Fest installierte Häuser sind das Ziel

Tiny-Häuser werden definiert mit einer Nutzfläche, die zwischen 15 und 45 Quadratmetern liegt. Sie sind ausgestattet mit einer Küche oder Küchenzeile sowie mit einem Bad- und einem Schlafbereich. Erforderlich ist ein Anschluss an die öffentliche Ver- und Entsorgung mit Strom, Wasser und Abwasser. Die meisten Tiny-Häuser werden inzwischen mit Rädern angeboten und sind daher mobil – eine feste Errichtung auf einem Grundstück ist aber auch möglich. Jannick Göbel (CDU) machte am Mittwochabend im Haupt- und Finanzausschuss (HFA) deutlich, dass seine Fraktion genau diese feste Installation von Tiny-Häusern für Korbach wolle. Der HFA sprach sich anschließend ebenfalls einstimmig für den Antrag der CDU-Fraktion aus. 

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