Brisanter Fall beschäftigt ein Jahr lang die Staatsanwaltschaft

Toter in Korbacher Innenhof: Ermittlung gegen Polizisten eingestellt

Korbach. Nach einem Todesfall in der Korbacher Altstadt im Februar 2016 ist das Ermittlungsverfahren gegen die Polizisten, die damals im Einsatz waren, nun eingestellt worden.

Gegen die Beamten hatte die Staatsanwaltschaft in Kassel wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung und fahrlässigen Tötung durch Unterlassen ermittelt.

Der entsprechende Tatverdacht habe nicht bestätigt werden können, erklärte gestern Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied. Der Betroffene sei nicht aufgrund einer Unterkühlung gestorben, sondern wegen einer Mischintoxikation durch Alkohol und Medikamente. 

Das  war damals passiert: Gegen 0.40 Uhr bemerkte ein Korbacher Gastwirt den Mann – und schlug Alarm: Er wählte die Notrufnummer 112, die Leitstelle verwies ihn nach dessen Angaben an die Polizei. Die Ordnungshüter winkten laut Gastwirt ab: Der Mann sei schon häufiger in Erscheinung getreten. Am nächsten Morgen lag der 33-Jährige noch immer im Innenhof, und der Gastwirt verständigte abermals die Polizei. Dann wurde auch der Notarzt alarmiert. Doch der Mann war bereits tot. Der 33-Jährige stammte gebürtig aus Bad Wildungen, hatte keine feste Adresse. Der Todesfall in der Korbacher Altstadt hatte überregional für Schlagzeilen und Entsetzen gesorgt.

Hätten die Beamten noch rechtzeitig Hilfe leisten können? Der Mann war laut Staatsanwaltschaft polizeilich bekannt, weil er in der Vergangenheit bereits mehrfach alkoholisiert angetroffen worden war. „Unter anderem war auch bekannt, dass er in diesem Zustand schon öfter im Freien geschlafen hatte“, sagte Wied. Dass der 33-Jährige sich in der Nacht zum 21. Februar aufgrund der eingenommenen Substanzen jedoch in einer anderen, für ihn lebensbedrohlichen Situation befand, sei auch nach sachverständiger Bewertung für die Beamten nicht erkennbar gewesen. 

Überdies kommt, wie Wied erläuterte, ein intensivmedizinisches Gutachten zu dem Ergebnis, dass selbst bei einer Verständigung eines Rettungsdienstes und Ergreifen medizinischer Rettungsmaßnahmen nicht sicher festgestellt werden kann, dass der Todeseintritt verhindert worden wäre.

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Rubriklistenbild: © dpa

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