NVV bedauert Vorfall

Trotz Attest stehen gelassen: Busfahrer versagt junger Mutter ohne Maske mehrfach die Mitfahrt nach Korbach

Larissa Michel aus Medebach ist von einem Busfahrer auf der Linie 550 stehen gelassen worden, weil sie keine Maske getragen hat. Ein Attest befreit sie allerdings von der Maskenpflicht.
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Larissa Michel aus Medebach ist von einem Busfahrer auf der Linie 550 stehen gelassen worden, weil sie keine Maske getragen hat. Ein Attest befreit sie allerdings von der Maskenpflicht.

Ein ärztliches Attest bescheinigt Larissa Michel, dass sie sich auch ohne Mundschutz bewegen darf. Trotzdem verweigert ein Busfahrer ihr und ihren beiden Kindern mehrfach die Mitfahrt. Der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) bedauert den Vorfall.

Korbach – „Wir sind dreimal auf der Buslinie 550 von Medebach nach Korbach jeweils von dem gleichen Busfahrer der BKW stehengelassen worden, unter anderem an Himmelfahrt und am Muttertag“, berichtet die junge Frau aus Medebach unserer Zeitung.

Sie habe an der Haltestelle in Medebach dem Fahrer ein Attest ihres Hausarztes vorgelegt, das sie von der Maskenpflicht entbinde, doch der Fahrer habe es nicht akzeptiert. Michel: „Er hat es erst gar nicht angeschaut.“ Stattdessen habe er auf sein Hausrecht verwiesen, die Beförderung verweigert und seine Kollegen per Funk mit einer Personenbeschreibung aufgefordert, Larissa Michel ebenfalls stehenzulassen. Andere Fahrer auf der Linie würden sie ohne Probleme mitnehmen, so Larissa Michel, die verärgert über das Verhalten des Fahrers ist: „Ich bin auf den Bus angewiesen und muss mich darauf verlassen können.“

„Uns sind die Fälle bekannt, da sie in unserem Qualitätssmanagementsystem aufgenommen wurden. Wir haben dazu eine Stellungnahme des Verkehrsunternehmens angefordert“, erklärt NVV-Sprecherin Sabine Herms. In der Antwort wird erläutert, dass ein Attest von der Maskenpflicht befreit und die Kundin beziehungsweise ihre Kinder mitzunehmen sind. „Das hier so nicht gehandelt wurde, entspricht nicht den Vorgaben und tut uns leid“, bedauert Sabine Herms.

Das Fahrpersonal hat sich an die Landesverordnung zur Pandemie bzw. an die Beförderungsbedingung im NVV zu halten. Dort wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die ein Attest vorweisen können, von der Maskenpflicht befreit sind und den ÖPNV nutzen können. Zwar gibt es grundsätzlich ein Hausrecht für die Busfahrer, jedoch ist in den Bestimmungen klar geregelt, dass keine Maskenpflicht besteht, wenn ein Attest entsprechend den Vorgaben vorliegt.

Welche Konsequenzen hat der Fall? „Wir haben mit dem Verkehrsunternehmen Kontakt aufgenommen und darauf hingewiesen, wie die Bestimmungen anzuwenden sind und sie ihr Fahrpersonal darüber aufklären müssen“, sagt Herms. Darüber hinaus stehe der NVV im kontinuierlichen Informationsaustausch mit den Verkehrsunternehmen, um auf Veränderungen bei den Regelungen in der Pandemie hinzuweisen.

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