Laden schon geschlossen

Verdorbene Lebensmittel im Sortiment: Korbacherin verurteilt

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Unappetitlich: Verschimmelte Lebensmittel fanden sich im Sortiment eines Korbacher Geschäfts (Symbolfoto). Nun bekam die Chefin des Ladens eine Bewährungsstrafe.

Korbach. Schimmlige Wurst in der Theke, abgelaufene Butter: Eine Korbacher Lebensmittelhändlerin ist wegen verdorbener Lebensmittel in ihrem Laden zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Butter, die das Mindesthaltbarkeitsdatum seit einem Dreivierteljahr überschritten hat, mit grünem Schimmel überzogener Schinkenspeck, eine gelbliche, schleimige und übel-riechende Flüssigkeit, die einmal ein Molkereiprodukt war: Weil das Sortiment ihres Korbacher Lebensmittelmarkts verdorbene Waren enthielt, ist eine 47-Jährige aus der Hansestadt am Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Schimmlige Leberwurst: Laden in Korbach seit Juni 2018 geschlossen

Nur ein Teil der betroffenen Lebensmittel war den Kunden des seit Juni 2018 geschlossenen Markts zugänglich: Ein Lebensmittelkontrolleur entdecke im Januar 2018 in der Kühltheke vertrocknete Fleischwaren und eine schimmlige Leberwurst. Den Großteil der schlechten Waren lagerte die Frau in gekühlten Fächern darunter. Durch die Umluftkühlung könnten durch dieses Vorgehen etwa Sporen auf die frische Ware übertragen werden, so der Kontrolleur. Andere Lebensmittel lagerte sie in einer Garage.

„Ich war so überfordert mit dem Laden“, erklärte die 47-Jährige: Seit langem stritt sie heftig mit ihrem Vermieter; ärztlich attestiert wurde ihr zudem eine seelische Erkrankung. Er habe ihr auch verboten, die Mülltonne zu benutzen – in der Zeit, bis die eigene kam, habe sie die Waren im Laden gelagert, aber nicht verkauft. Die schimmlige Leberwurst habe sie übersehen.

Sie habe die Waren entsorgen müssen und können, befand Richter Karl-Heinz Kalhöfer-Köchling. Beim Urteil folgte er dem Antrag der Staatsanwaltschaft: Angesichts kleinerer Vorstrafen wegen Betrugs und Steuerhinterziehung hielt diese eine Freiheitsstrafe für nötig. 

Als Bewährungsauflage muss die Frau 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, ein Jahr wird ihr die Arbeit im Lebensmittelhandel verboten. „Mit der Selbstständigkeit habe ich abgeschlossen“, erklärte sie selbst, das Urteil ist rechtskräftig.

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