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Verein Historischer Goldbergbau Eisenberg feiert 20-jähriges Bestehen in Goldhausen

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Von: Wilhelm Figge

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Tief in den Eisenberg geleiteten Bergwerks-Führer wie Walter Hellwig zahlreiche Besucher bei der Feier 20 jahre Verein Historischer Goldbergbau Eisenberg in Goldhausen.
Tief in den Eisenberg geleiteten Bergwerks-Führer wie Walter Hellwig zahlreiche Besucher. © Wilhelm Figge

Mit einem Programm, das unter strahlend blauem Himmel ebenso gut ankam wie unter Tage, hat der Verein Historischer Goldbergbau Eisenberg sein 20-jähriges Bestehen gefeiert.

Korbach-Goldhausen – Gummistiefel platschen ins flache Wasser, während gelegentlich ein Helm an die Decke des Stollens stößt und das Licht seines Scheinwerfers schwankend durch das Bergwerk tanzt, über die Spuren vieler Millionen Jahre Erdgeschichte und mehrerer Jahrhunderte Bergbau-Historie. 30 Meter oberhalb dieser tiefen Finsternis wird bei strahlendem Sonnenschein gefeiert, dass diese Reise in die Vergangenheit möglich ist: Der Verein Historischer Goldbergbau Eisenberg hat in Goldhausen sein 20-jähriges Bestehen gefeiert.

Eine bunte Ansammlung aus Vereinsmitgliedern und Familien, Gästen aus nah und fern erkundete die Umgebung des Zechenhauses: Goldwaschen und -sieben wurden angeboten, Erinnerungsstücke gekauft und gemeinsam der Tag bei Kaffee und Kuchen, Grillfleisch und kalten Getränken genossen. Bei Führungen in den Räumen erfuhren Gäste, wie die Erdgeschichte zu Goldablagerungen führte und der Bergbau begann. Die Versuche Carl Theodor Rauschenbuschs, vor rund 100 Jahren wieder Gold im Eisenberg zu finden und abzubauen sind dabei ebenso Thema wie die Forschungsarbeiten von Dr. Jens Kulick, der die Burgruine freilegte und den Bergbau erforschte.

Für das Steigerlied fand der „Projektchor“ aus Dr. Marc Mühlenhoff und Gerhard Berberich (von links) viele Mitsänger.
Für das Steigerlied fand der „Projektchor“ aus Dr. Marc Mühlenhoff und Gerhard Berberich (von links) viele Mitsänger. © Wilhelm Figge

Höhepunkte waren die Führungen im Untere-Tiefer-Tal-Stollen: Mit einem „Glück auf!“ leiteten die Führer des Vereins Gäste auf einer verkürzten Runde in den früheren Erkundungsstollen, den Rauschenbusch mit Dynamit erweiterte und so tatsächlich auf ältere Gruben stieß, und wo auch Kulick weiter grub.

Um die Spuren der Erdgeschichte zu erkennen, schärfte etwa Walter Hellwig einer Gruppe den Blick: Eine unscheinbare zwei Zentimenter breite, grau-weiße Spur etwa sei es, in der sich das Gold befinde, erklärte er. Und wo vom Eisen gefärbtes Wasser aus der Wand lief, seien auch Flitter enthalten: Die Kinder in der Gruppe könnten sich buchstäblich Gold an die Backe schmieren – ein Spaß, den sich auch ältere machten.

Die bewegte Geschichte auf, im und um den Berg war Thema bei Führungen im Zechenhaus. Links zeigt Wolfgang Behle das Eisenberg-Zimmer, rechts gibt es Einblicke in Rauschenbuschs Arbeitszimmer.
Die bewegte Geschichte auf, im und um den Berg war Thema bei Führungen im Zechenhaus. Links zeigt Wolfgang Behle das Eisenberg-Zimmer, rechts gibt es Einblicke in Rauschenbuschs Arbeitszimmer. © Wilhelm Figge

Neben der Hanse sei das Gold etwas, wofür Korbach bekannt sei, hob Moritz Briehl als Vertreter des Magistrats hervor. Während erstere nur über Bücher und Dokumentationen bekannt sei, sei Gold etwas handfestes: „Das kennt jedes Kind: Beiß ich drauf und es schmeckt, ist es Schokolade. Tut es weh, ist es Gold. Und wenn ich mehr wissen will, mache ich eine Führung im Besucherbergwerk mit.“

20 Jahre Vereinsgeschichte wurden in einer Festschrift verewigt, die Gerhard Berberich kurz vorstellte: Höhepunkte seien die Erweiterung des Kulick-Stollens 2009 mit Hilfe von Dorfgemeinschaft, Jugend und Feuerwehr; das Mitwirken beim Hessentag 2018 und die Einrichtung des Eisenberg-Raums im gleichen Jahr; sowie der Erwerb des Kulick-Nachlasses 2020.

Bleibende Erinnerungen an den Tag verkauften Birgit und Volker Emde (rechts) mit Mineralien und Literatur inklusive der neuen Festschrift.
Bleibende Erinnerungen an den Tag verkauften Birgit und Volker Emde (rechts) mit Mineralien und Literatur inklusive der neuen Festschrift. © Wilhelm Figge

Auch Ortsvorsteher Dirk Straußberg erinnerte an den Arbeitseinsatz 2009: Die Dorfgemeinschaft sei bereit zu helfen. Das Bergwerk sei wie Burgruine und Georg-Viktor-Turm eben etwas besonderes. 20 Jahre leiste der Verein seine Arbeit, blickte Vorsitzender Wolfgang Behle zurück: Ohne Helfer und Sponsoren sei das nicht möglich, ihnen gebühre Lob und Dank, auch für den schönen Festtag: „Ohne euch sind wir nichts.“ (wf)

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