1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck
  4. Korbach

Sitzung in Eppe: Alle Fußballligen im Kreis spielen Relegation

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Sitzung Kreisfußballausschuss
Ballbesitz abgeben: Ingo Göbel (Kreiskassenwart) verteilt Bälle an Vereinsvertreter, deren Clubs sich der Aktion Fairplay angeschlossen haben. Links von ihm Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann und rechts Marco Steinbach (Kreispressewart). © Worobiow

Eine schöne Bescherung. Corona sorgt immer noch für Neuheiten. Kreisfußballwart Gottfried Henkelmann zeigte sich zu Beginn der Vereinsvertretersitzung für die Kreisoberliga und die A-, B- und C-Ligen freigiebig.

Eppe - Er verteilte in der Aartalhalle in Eppe Geschenke und Urkunden an Vereine, die ihren runden Geburtstag in den vergangenen zwei Jahren nicht feiern durften.

Obwohl der Spielbetrieb auch in der kommenden Saison weiterhin von der Pandemie gestört werden könnte, verzichtet der Hessische Fußballverband auf eine alternative Liga-Lösung. „Wir haben auch bei unseren Vereinen keine Anfrage mehr dazu gestartet“, sagte Henkelmann. Er habe den Eindruck, dass die Auf- und Abstiegsrunde in der KOL bei Vereinen und Zuschauern nicht so gut angekommen sei.

Fairsten Mannschaften geehrt

Als Abschluss-Aktion für die vergangenen Saison zeigte sich das Henkelmann-Team noch mal als guter Ballverteiler. Es kürte die fairsten Mannschaften der Spielzeit: TuS Bad Arolsen (Kreisoberliga), SG Waldeck/Netze (A-Liga), SV Eimelrod (B-Liga), SG Fürstenberg/Immighausen II (C-Liga Süd), SG Eppe/Nieder-Schleidern II (C-Liga Nord). Der Kreisfußballwart wies auch auf die Aktion Fairplay Hessen hin, der sich mittlerweile 13 Waldecker Vereine angeschlossen haben.

Die neue Saison

Die angestrebte Sollzahl von 15 Teams in den Waldecker Spielklassen hat nur die Kreisoberliga erreicht, auch, weil drei Mannschaften freiwillig aus der A-Liga zurückgezogen haben. In der KOL gibt es maximal drei Absteiger, einen Aufsteiger und eine Relegation, an der vier weitere Zweitplatzierte um einen Aufstiegsplatz spielen.

In der Kreisliga A spielen in der kommenden Saison noch 13 Vereine. Es gibt einen Aufsteiger, maximal zwei Absteiger und es wird eine Relegation nach oben (Rangzweite) und unten (Drittletzter) gespielt.

Die Kreisliga B hat sich von der kleinsten B-Liga Hessens in der Vorsaison nun mit 16 Mannschaften zur größten Liga im Kreis Waldeck aufgeplustert. Das Gute daran: Es gibt zwei Aufsteiger und maximal zwei Absteiger. Auch hier wird eine Relegation nach oben (Drittplatzierter) und nach unten gegen die Rangzweiten der C-Ligen gespielt.

Die C-Ligen haben zwölf und elf Teams. Es gibt jeweils einen Aufsteiger, keinen Absteiger. Die Zweiten spielen die 3er-Relegation mit dem B-Ligisten.

Während in den Gruppen- und Verbandsligen künftig fünf Spieler ein- und ausgewechselt werden dürfen, bleibt es bei drei Auswechselmöglichkeiten in der KOL und den Kreisligen. „Da die Fünfer-Regelung auf Kosten der zweiten Mannschaften gehen dürfte, haben wir im Ausschuss für das Beibehalten der Dreier-Auswechlsung gestimmt“, erklärte Henkelmann. Er kündigte außerdem an, dass der letzte Spieltag der kommenden Saison, Anfang Juni, noch vorgezogen werden soll. Der Termin werde aber erst im kommenden Jahr festgelegt

Kontakt mit neuem Verbandsanwalt meiden

Bislang durfte ein gesperrter Spieler keine Ämter im Verein ausüben. Das sei nun möglich, wenn der Sperre geringer als vier Wochen sei, sagte Gerd Rinninsland, Vorsitzender des Kreissportgerichts.

Der hessische Verband hat ein neues Gremium auf dem Feld der Sportgerichtsbarkeit installiert: der Verbandsanwalt und das HFV-Sportgericht. Diese Kammer schreite nur in schwerwiegenden Fällen ein, betonte Rinninsland, etwa bei Gewalt gegen Schiedsrichter, grober Unsportlichkeit von Spielern, Vereinen und Zuschauern. Die Verhandlungen fänden immer in Grünberg statt.

Rinninsland gab daher den Rat: „Wer dort vor Gericht erscheinen muss, für dessen Verein kann es schnell teuer werden, schon allein die Anreise.“ Der Vorsitzende wies auch auf eine neue Regel hin, die eine Heimmannschaft besser schützen soll. Diese kann künftig vom Gegner Schadensersatz verlangen, wenn der nicht zum Rückspiel antritt. Die Regel für das Hinspiel bleibt unverändert. Falls eine Mannschaft auswärts nicht antrete, behalte der Gegner in der Rückrunde sein Heimrecht.

Das „Spieleschwänzen“ kann einem Verein ebenfalls teuer zu stehen kommen, pro Kilometer Anfahrt darf 1,50 Euro verlangt werden, Alle Einnahmeverluste (Eintritt und Verkauf) dürften geltend gemacht werden. Und noch einen Tipp gab Vorsitzende: „Seht zu, dass die Leute, die als Funktionsträger auf dem Spielbericht auftauchen, auch beim Spiel da sind. Falls das nicht so ist, kann das auch bestraft werden.“

Auch Frauen zahlen Eintritt

Gudrun Biederbick, Referentin für Frauenfussball, gab die Anzahl der heimischen Frauenfußballvereine für die kommende Saison bekannt: „Es sind neun Vereine und zwölf Mannschaften.“

Zwei Teams spielen Verbandsliga, zwei Gruppenliga, eins KOL, vier Kreisliga A, drei in der B-Liga. Ein anderes Frauenthema kam auch zur Sprache. Dürfen die Vereine Eintritt von Frauen für ein Fußballspiel verlangen oder nicht? „Ja, das dürfen sie, die Erlaubnis wird vom HFV auch gedeckt“ betonte Henkelmann.

Doch es gebe unterschiedliche Regelungen: Die Gruppenliga Kassel 1 sprach sich dafür aus, dass Frauen Eintritt zahlen und die Gruppenliga 2 habe dagegen gestimmt. Eine Abstimmung in der Epper Halle ergab: Bis auf sechs Enthaltungen stimmten alle dafür, dass auch Frauen künftig Eintritt zahlen sollten.

Franz Mühlhausen, Referent für Freizeit- und Breitensport informierte dann noch kurz über den Altherren-Fußball, die neuen Beachsoccer-Möglichkeiten im Landkreis und den Gehfußball.

Nur noch 70 Schiedsrichter im Fußballkreis Waldeck

Kreisschiedsrichterobmann Matthias Henkelmann stellte den neuen Kreislehrwart vor: Hendrik Brand (TSV Münden). Er wird Nachfolger von Manuel Gutmann, der beruflich nach Schweden zieht. Drei Aufsteiger der Saison kann die heimische Zunft der Unparteiischen aufweisen: Pascal Otte (Bad Arolsen), hat einen halben Platz in der Oberliga Hessen ergattert, Hendrik Brand und Sebastian Hesse (Wellen/Wega) steigen in die Gruppenliga auf. Thorsten Reuter (Tuspo Mengeringhausen) muss aus Altersgründen die Gruppenliga verlassen.

„Das war das Erfreuliche und jetzt komme ich wie jedes Jahr zum Unerfreulichen“, sagte Henkelmann. „Wir haben nur noch 70 aktive Schiedsrichter in Waldeck. Ich erinnere mich an Zeiten, da hatten wir doppelt so viele.“ Denn rechnete er vor, wie viele für einen Spieltag überbleiben: 20 Schiedsrichter für die KOL, die Ligen A, B C und die B-Jugend am Sonntag.

Schiedsrichter-Kabine voller Gerümpel

„Das kann nicht funktionieren, nicht besetzte Spiele werden zur Normalität werden“, betonte Henkelmann. Diese Entwicklung komme nicht so überraschend, zumal auch die Neulingslehrgänge seit zwei Jahren nicht stattgefunden hätten. Der Lehrgang werde künftig nicht mehr im Frühjahr, sondern im Herbst veranstaltet, vermutlich im September. „Dann können die Neuen gleich loslegen.“

Der Verband hofft darauf, dass die neue Regelung die Zahl der Schiedsrichter wieder steigen lässt. Es zählt nicht mehr die Anzahl der Schiedsrichter pro Verein, sondern nur noch die von ihnen geleiteten Spiele. Jeder Schiri muss an fünf Fortbildungen und der Leistungsprüfung teilnehmen. Aber auch die diese Regel hat ihre Tücken. Der neue Lehrwart Brand fragt: „Kann man von einem Schiedsrichter verlangen, 50 Spiele in der Saison zu pfeifen?“ Er begrüßt allerdings, dass für seine Kollegen die Pflichtspielzahl wegfällt. „Vielleicht bringt das den einen oder anderen wieder auf den Platz.“

Der stellvertretende Kreisfussballwart, Dirk Emmert, wies daraufhin , dass ein Verein einen Schiedsrichter auch neben dem Platz gut behandeln sollte. „Uns wird immer wieder berichtet, dass Schiedsrichterkabinen aussehen wie Sau. Da müssen sich die Schiedsrichter inmitten von Gerümpel umziehen. Das ist unwürdig.“

Trainerpass kommt

Emmert stellte außerdem eine weitere Hilfe für Schiedsrichter vor: den Trainerpass. Er kommt ab dieser Saison. Es ist ein Ausweis mit Lichtbild am Band, den sich der Trainer um den Hals hängt. Dadurch sieht ein Schiedsrichter direkt, wer sein Ansprechpartner ist. Die Trainer werden zuvor zu einem Pflichtlehrgang gebeten, bei dem sie erfahren, wie man einem Schiri das Leben erleichtern kann. (rsm)

Auch interessant

Kommentare