Korbach, Edersee und Diemelsee waren Drehorte

"Die verlorene Tochter": Waldeck-Frankenberger spielen in ZDF-Serie mit

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Das Korbacher Rathaus im ZDF: Der inzwischen abgerissene Verwaltungsbau (links im Bild) ist Kulisse in der Serie „Die verlorene Tochter“: Die Fernsehleute haben das Gebäude in eine Filiale der „Lotheimer Bank“ verwandelt.

Korbach. Nicht nur das Korbacher Rathaus, der Edersee und der Diemelsee sind Kulissen in "Die verlorene Tochter", auch einige Waldeck-Frankenberger wirken in der ZDF-Serie in kleinen Rollen mit. 

Als Saskia Schindzielorz am 22. Oktober 2018 nach Korbach fuhr, wusste sie zwar, dass sie bei den Dreharbeiten für „Die verlorene Tochter“ eine Statistin spielen würde, aber nicht, dass sie sogar eine kleine Sprechrolle übernehmen durfte. „Dass habe ich da erst erfahren“, erzählt die 36-Jährige. 

Genauso überrascht war sie dann, dass ihre kleine Szene mit Götz Schubert, einem der Hauptdarsteller der Serie, in der am Montagabend im ZDF ausgestrahlten ersten Folge tatsächlich zu sehen war. „Ich wusste ja nicht, ob ich nach dem Schnitt des Films noch drin sein werde“, sagt die dreifache Mutter aus Berghofen.

Saskia Schindzielorz gehört zu den zahlreichen Statisten und Komparsen aus der Region, die in der sechsteiligen ZDF-Serie mitmachen durften,die zwischen September und Dezember 2018 unter anderem in Korbach, am Edersee und am Diemelsee gedreht wurde. „Ich hatte einen Aufruf der Stadt Korbach auf Facebook gesehen“, erzählt Schindzielorz. „Eigentlich hatten eine Freundin und ich uns mit den Kindern für eine Geburtstagsszene beworben. Nach einem Casting mit Vorsprechen am Edersee habe ich dann eine Zusage bekommen.“

Sie wusste, dass sie eine Bankangestellte darstellen soll. Als sie im Oktober 2018 morgens nach Korbach fuhr, sollte sie entsprechende Kleidung mitbringen. Und bevor es in die Maske ging, erfuhr sie, dass ihre Rolle sogar eine Sprechrolle ist. „Ich habe kurz erklärt bekommen, worum es in der Szene geht, und durfte meinen Text dann frei sprechen.“ Die 36-Jährige spielt eine Bankangestellte, die Peter Wolff (Götz Schubert) wegschickt, als er Fahndungsplakate für die vermisste Isa von Gems in der Bank aufhängen will.

In Folge 1 der ZDF-Serie „Die verlorene Tochter hat Saskia Schindzielorz aus Berghofen (links) eine kleine Sprechrolle als Bankangestellte – hier mit Götz Schubert, einem der Hauptdarsteller der Serie. Die Szene spielt in der „Lotheimer Bank“, zu der das Korbacher Rathaus in dem Film gemacht wurde.

Gedreht wurde das im Korbacher Rathaus, das damals noch nicht abgerissen war und im Film die „Lotheimer Bank“ ist. Der Ort heißt nicht zufällig Lotheim: Das Drehbuch hat der in Schmittlotheim aufgewachsene Autor Christian Jeltsch geschrieben.

In derselben Folge ist als Statist auch Oliver Specht zu sehen. Bei einer Podiumsdiskussion in der Brauerei, um die es in der Serie unter anderem geht, sitzt er im Publikum in der ersten Reihe. „In der Rolle sieht man mich dann sogar richtig gut“, sagt der 34-Jährige, der aus Laisa kommt und in Frankenberg wohnt.

Oliver Specht aus Laisa hat eine kleine Statistenrolle in der Serie.

Er hat noch in weiteren Szenen des Films als Statist mitgewirkt, insgesamt an drei Drehtagen in Korbach und in der Brauerei in Lich, wo die Szenen für die Film-Brauerei entstanden. „In Korbach sollte ich den Hintergrund beleben, also zum Beispiel auf dem Bürgersteig gehen“, erzählt er. „Die Szenen wurden x-mal gedreht, bis alles im Kasten war.“ In Lich war er mal ein Brauerei-Mitarbeiter, der Bierfässer durchs Bild rollt, oder eben ein Zuschauer, der klatschend im Publikum sitzt.

Saskia Schindzielorz war vorher schon einmal als Statistin bei einem Filmdreh dabei gewesen, ihre Tochter Magdalena vor vier Jahren in Marburg sogar bei Til Schweigers Film „Conny Co 2“.

Für Oliver Specht war „Die verlorene Tochter“ eine Premiere. „Mich hat einfach interessiert, wie so ein Dreh abläuft“, sagt er. „Einfachste Szenen, die im Film nur wenige Sekunden dauern – zum Beispiel ein Auto, das eine Einfahrt hochfährt –, wurden eine Stunde lang mit 30 Leuten gedreht. Das war faszinierend.“

Als Polizistin in Zivil ist auch Aglaia Ludwig in der Serie zu sehen. „Es war super spannend und eine tolle Erfahrung, da mitzumachen. Die Leute waren sehr nett und locker, selbst die Schauspieler waren kontaktfreudig“, erinnert sich die Korbacherin an die Dreharbeiten in der alten Polizeistation in der Hagenstraße. Dabei spielte sie an der Seite von Nicole Schäfer: Die Polizeibeamtin aus Korbach hat ebenfalls eine kleine Nebenrolle – in ihrer echten Uniform.

Vor der Polizei "Lotheim": Die Korbacherinnen Aglaia Ludwig (vorne von links) und Nicole Schäfer.

Wer sich in Korbach, am Edersee und am Diemelsee auskennt, erkennt viele Orte in der Serie wieder, die gestern Abend im ZDF zu Ende gegangen, aber weiterhin in der Mediathek zu sehen ist. Auch die heimischen Darsteller wurden wiedererkannt: Nachdem die Folge mit ihrer Szene am Montagabend im ZDF gelaufen war, sei sie von Freunden und Bekannten darauf angesprochen worden, erzählt Saskia Schindzielorz. Manche hätten sie aber auch gar nicht erkannt. „Mich hat ja auch keiner in einer Sprechrolle erwartet.“

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