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Video kursiert im Internet: Wolf bei Korbach gesichtet

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Von: Lutz Benseler

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Ein Wolf bei Korbach: Ein Video zeigt das Tier zwischen Flugplatz und Nieder-Ense. Screenshot: WLZ
Ein Wolf bei Korbach: Ein Video zeigt das Tier zwischen Flugplatz und Nieder-Ense. © Screenshot: WLZ

Ein aktuell im Internet kursierendes Video soll einen Wolf auf einem Feld bei Korbach zeigen. Das zuständige Landesamt überprüft jetzt die Aufnahme.

Korbach – Das Video soll in dieser Woche aufgenommen worden sein. Es zeigt einen Wolf, der offenbar zwischen Flugplatz und Nieder-Ense über eine Wiese läuft. Gegenüber unserer Zeitung bestätigten die Experten vom Wolfzentrum des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), dass es sich bei dem abgebildeten Tier zweifelsfrei um einen Wolf handelt.

Pressesprecherin Franziska Vogt erklärt: „Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen durchziehenden Wolf. Dass einzelne Wölfe durch Hessen ziehen, ist keine Seltenheit und normales Artverhalten: Meist sind dies Jungwölfe auf der Suche nach einem eigenen Territorium.“

Speziell vom HLNUG ausgebildete Mitarbeiter des örtlichen Forstamtes müssten aber vorher noch den Standort verifizieren, bevor das Video sicherer als Nachweis eingestuft werden könne, so Vogt. Sie gleichen vor Ort die Videobilder mit der Landschaft ab. Die Aufnahme ist nicht der einzige Hinweis auf einen Wolf bei Korbach: Beim Wolfszentrum war am Dienstag eine weitere Sichtbeobachtung aus Korbach gemeldet worden.

Die Herkunft und der Zeitpunkt des Videos bleiben unterdessen unklar: Nach Informationen unserer Zeitung soll es von einem Berufsschäfer, dessen Stimme zu hören ist, und seiner Frau aufgenommen worden sein. Gegenüber unserer Zeitung bestritt der Mann aber, etwas mit dem Video zu tun zu haben.

Die Whatsapp-Gruppe „Wolf-Monitor – bürgerschaftliches Infonetzwerk“ verbreitet unterdessen ein Foto eines Wolfes, der sehr wahrscheinlich bei Nieder-Ense eine Straße überquert. Dabei wird gemutmaßt, dass es sich um ein weiteres, kleineres Tier handeln könnte. Das bezweifeln die Experten vom HLNUG: Diese Einschätzung sei unseriös.

Das Wolfzentrum empfiehlt derweil, Weidetiere einzuzäunen. Andrea Bohle, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Waldeck, erklärte am Mittwoch auf Nachfrage: „Klar sind die Weidetierhalter besorgt, aber es ist noch nicht klar, ob der Wolf hierbleibt oder nur durchzieht.“

Von Lutz Benseler

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