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Waldecker Bank wächst: Trotz Corona-Pandemie gute Zahlen

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Von: Lutz Benseler

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Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Voßhage in Korbach sollen bis Ende 2022 insgesamt 18 barrierefreie Seniorenwohnungen entstehen. Die Waldecker Bank investiert sechs Millionen Euro in das Projekt.
Auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Voßhage in Korbach sollen bis Ende 2022 insgesamt 18 barrierefreie Seniorenwohnungen entstehen. Die Waldecker Bank investiert sechs Millionen Euro in das Projekt. © Waldecker Bank/pr

Trotz Corona-Pandemie hat die Waldecker Bank 2021 den Wachstumskurs der letzten Jahre fortgesetzt. Die Zuwachsraten im Kredit- und Einlagengeschäft waren wie schon im Vorjahr zweistellig. Das teilt die Bank in ihrem Bericht zum Geschäftsverlauf mit.

Korbach – Der Jahresüberschuss liegt mit mehr als 1,8 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Mit dem Überschuss soll eine Dividende an die Mitglieder gezahlt werden, außerdem dient sie zur Eigenkapitalstärkung.

Im Kreditgeschäft mit Kunden übertraf die Bank demnach den Bilanzausweis des Vorjahres um 14,9 Prozent. „Erneut war der Verlauf von hoher Nachfrage im Baufinanzierungsgeschäft geprägt“, so Karl Oppermann und Udo Martin vom Vorstand der Bank. Trotz massiv steigender Baukosten hätten viele Kunden die noch immer historisch niedrigen Zinsen für entsprechende Vorhaben genutzt, heißt es im Bericht zum Geschäftsverlauf.

Auch im Firmenkundengeschäft gab es umfangreiche Neugeschäfte, berichtet das heimische Geldinstitut. „Die gute Liquidität vieler Betriebe, zugleich aber auch die Zurückhaltung in anderen Branchen lieferten hier aber ein uneinheitliches Bild“, so Oppermann und Martin.

Die Befürchtungen in Richtung zahlreicher Unternehmenspleiten aufgrund der Corona-Pandemie haben sich nach Angaben der Bank nicht bestätigt. Viele Betriebe auch in den als kritisch geltenden Branchen hätten von Sondereffekten profitiert. Die Risikolage im Kreditgeschäft der Bank sei deshalb ganzjährig entspannt gewesen.

Bei den Kundeneinlagen war ebenfalls ein Anstieg um mehr als 110 Millionen Euro oder 14,2 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig wurden umfangreiche Mittel (+ 16,5 Prozent) in Wertpapieranlagen außerhalb der Bilanz transferiert und sorgten dort für entsprechende Bestandszuwächse. Die insgesamt von der Bank verwalteten Kundengelder kletterten auf einen Betrag von mehr als 1,4 Milliarden Euro.

Um zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen, hat die Bank einige Projekte im Immobilienbereich gestartet. „Das erste Bauprojekt in Korbach wurde fertiggestellt, ein zweites befindet sich aktuell in der Umsetzung, weitere sind für die nächste Zeit an verschiedenen Standorten vorgesehen“, erläutern Oppermann und Martin.

Das Ergebnis der Bank war 2021 von einem leicht erhöhten Zinsüberschuss geprägt. Beim Provisionsergebnis wirkte sich das lebhafte Wertpapiergeschäft aus. Die betrieblichen Kosten waren von Sondereffekten beim Umbau einer Geschäftsstelle geprägt. Das ordentliche Betriebsergebnis lag auf dem erwarteten Niveau.

„Die deutlich gestiegenen aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die Eigenmittelausstattung, noch dazu bei hohen Wachstumsraten, machen neue Wege bei der Kapitalbeschaffung erforderlich“, erläutern Oppermann und Martin. So hat die Bank seit November letzten Jahres bereits eine Million Euro durch zusätzliche Geschäftsanteile ihrer Mitglieder generieren können. „Ein Weg, der weiteres Potenzial beinhaltet“, erklären die beiden Bank-Vorstände.

Zum Jahresende 2021 hatte die Waldecker Bank 193 Beschäftigte, davon 61 in Teilzeit-Arbeitsverhältnissen und 14 Auszubildende. „Die Zeiten, in denen Nachwuchskräfte aus einem großen Angebot an Bewerbern ausgewählt werden konnten, liegen allerdings schon lange zurück. Personal ist inzwischen auch in der Bankenbranche zu einem Engpass geworden“, so Karl Oppermann und Udo Martin vom Vorstand.

Mit der Inbetriebnahme der modernisierten Geschäftsstelle in Willingen wurde im Februar die Zweigstelle in Usseln geschlossen. Mit Nachdruck verfolgt die Waldecker Bank auch die für dieses Jahr vorgesehene Fusion mit der Raiffeisenbank Volkmarsen eG. Der Verschmelzungsprozess ist weit fortgeschritten, im Mai sollen die Mitgliederversammlungen beider Institute die erforderlichen Beschlüsse fassen.

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