Übertragung an Silvester

Walzer-Klänge im Korbacher Kino: Konzert der Berliner Philharmoniker

Vorfreude: Vor der Übertragung des Silvesterkonzerts gab es einen entspannten Sektempfang im Foyer des Korbacher Kinos.
+
Vorfreude: Vor der Übertragung des Silvesterkonzerts gab es einen entspannten Sektempfang im Foyer des Korbacher Kinos.

Das Silvesterkonzert der Berliner Philharmoniker wurde am letzten Tag des vergangenen Jahres live ins Kino Cine K übertragen: Und es war großes Kino.

Korbach – Nach dem krankheitsbedingten Ausfall des Chefdirigenten Kirill Petrenko war Lahav Shani, Chefdirigent des Israel Philharmonic Orchestra, eingesprungen, und damit musste auch das Programm kurzfristig umgestellt werden. Das war aber für ein Weltklasse-Orchester kein Problem. Es gab zusammen mit der Ex-Kanzlerin im Publikum ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm.

Schon im Vorspann bekam man einen Vorgeschmack auf das, was das Publikum erwartete. Stargeigerin Janine Jansen gab Einblicke in ihre persönliche Vorbereitung auf ein Konzert. Sie sei immer offen für neue Ideen und Vorschläge von Kollegen und Dirigenten. „Aber vieles ergibt sich im Moment der Aufführung“, sagte die Weltklasse-Violinistin aus den Niederlanden.

Wiener Walzer zentrales Thema

Auch traf man den Dirigenten Lahav Shani im Interview, der verriet, wie er es schaffte, das Programm in wenigen Tagen einzuüben. Da Wiener Walzer ein zentrales Thema des Konzerts war, mussten, um das Publikum unterhaltsam auf das Thema einzustimmen, Orchestermitglieder im Vorspann zunächst noch typische Begriffe des Wiener Dialektes erraten.

Los ging es dann mit der bekannten Ouvertüre zur „Fledermaus“ von Johann Strauss, kraftvoll im Dreivierteltakt. Der Star des Konzerts für Violine und Orchester Nr.1 in g-Moll von Max Bruch war dann zweifelsfrei Janine Jansen. Was sie ihrer über 300 Jahre alten Stradivari entlockte, war begeisternd, die unglaubliche, fast magisch anmutende Bewegung ihrer Hände, die man auf der Kinoleinwand im Detail verfolgen konnte, faszinierte die Anwesenden. Nach einem energischen Finale folgte minutenlanger Applaus. Das „Liebesleid“, eine Komposition von Fritz Kreisler im „Wiener Stil“, kam dann etwas ruhiger daher und war mit Janine Jansen auch wieder exzellent besetzt.

Abwechslungsreiches Stück

Mit „Feuervogel“, Suite Nr.2 von Igor Strawinsky, folgte danach ein sehr abwechslungsreiches Stück mit vielen Tempowechseln. Effektvolle Kombinationen von Streichern, Glockenspiel und Bläsern schufen bunte Wechsel und belegten das Potenzial des Orchesters eindrucksvoll.

Mit Ravels „La Valse“ kehrte das Orchester zu einer explosiven Version des Wiener Walzers zurück. Ein herausforderndes Stück, bei dem die heile Welt der Walzerklänge zu verschwimmen scheint und Platz macht für eine neue, eher düstere Welt. Holzbläser mit schrägen Harmonien verstärken den Eindruck. Ravel hatte das Stück im Nachklang des Ersten Weltkriegs geschrieben.

Als Zugabe folgte dann noch „Sabre Dance“ von Aram Khachaturian, und mit lang anhaltendem Applaus ging ein beeindruckendes Konzert zu Ende. Es folgten noch Grüße zum neuen Jahr von Orchestermitgliedern in vielen verschiedenen Sprachen. (Von Hans Peter Osterhold)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.