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Weidemann-Beschäftigte in Korbach fordern Verbesserungen bei Arbeitszeit und Lohn

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Von: Lutz Benseler

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Mitarbeiter von Weidemann fordern bei einer „aktiven Mittagspause“ einen Zukunftstarifvertrag.
Mitarbeiter von Weidemann fordern bei einer „aktiven Mittagspause“ einen Zukunftstarifvertrag. © Lutz Benseler

Beschäftigte und IG Metall bei Weidemann in Korbach fordern einen „Zukunftstarifvertrag“, um Verbesserungen bei Arbeitszeit und Lohn zu erreichen. Bei einer „aktiven Mittagspause“ vor dem Werkstor gab es am Mittwoch viel Zustimmung für die Forderung.

Korbach – 2012 hatte der Wacker-Neuson-Konzern aufgrund der damals schwierigen wirtschaftlichen Situation mit der Arbeitnehmerseite einen Ergänzungstarifvertrag verhandelt, der ursprünglich eine Laufzeit von sechs Jahren haben sollte. Doch laut Betriebsrat gilt er noch immer: „Das bedeutet unter anderem für die fast 700 Kolleginnen und Kollegen bei Weidemann, dass sie drei Stunden mehr in der Woche ohne Entgeltausgleich arbeiten“, erklärt Weidemann-Betriebsratsvorsitzender Bernd Uebermuth. Seit 2005 ist der Korbacher Radlader-Hersteller eine Tochter des Münchener Wacker-Neuson-Konzerns.

Dabei ist die Situation heute eine andere – Weidemann und dem Wacker-Neuson-Konzern geht es aus Sicht der Gewerkschaft wirtschaftlich gut. Die Beschäftigten bei Weidemann wollen deshalb wieder zurück in Richtung Flächentarifvertrag, der unter anderem eine 35-Stunden-Woche vorsieht.

„Hierzu gab es Forderungen zur Verhandlung eines Zukunftstarifvertrags, der einen gemeinsamen Übergang gestalten soll. Der Arbeitgeber hat nur unzureichend darauf reagiert“, sagen die Gewerkschaftssekretäre Dennis Schindehütte und Andreas Köppe von der IG Metall Nordhessen.

Aus diesem Grund haben die Gewerkschafts-Mitglieder beschlossen, den Ergänzungstarifvertrag zu kündigen. Das Kündigungsschreiben sollte noch am Donnerstag der Geschäftsleitung übergeben werden. Das hat zur Folge, dass ab dem 1. Oktober der Hessische Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie ohne jede Abweichung gilt – „wenn der Arbeitgeber jetzt nicht in den Verhandlungen für einen Zukunftstarifvertrag im Wacker-Neuson-Konzern auf die Interessen der Belegschaft eingeht“, so Schindehütte: „Noch besteht die Möglichkeit mit der IG Metall zu verhandeln – dies sollte der Arbeitgeber nutzen, indem er die Wünsche der Belegschaft ernst nimmt.“ Genau das wollten die Beschäftigten bei Weidemann auch mit der Aktion vor dem Werkstor deutlich machen. Betriebsratsvorsitzender Uebermuth: „Wir wollen zeigen, dass hinter den Forderungen auch Menschen stehen.“

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