Trend statt Tradition

Weihnachtsbäume sind in Waldeck-Frankenberg früher gefragt

Mit dem Schmücken warten sie nicht bis Heiligabend: Der Baum von Carola und Jürgen Wehrmann aus Meineringhausen kann sich jetzt schon sehen lassen, und erst kurz vor den Feiertagen holen sie ihn ins Haus.
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Mit dem Schmücken warten sie nicht bis Heiligabend: Der Baum von Carola und Jürgen Wehrmann aus Meineringhausen kann sich jetzt schon sehen lassen, und erst kurz vor den Feiertagen holen sie ihn ins Haus.

Die Corona-Pandemie bringt die meisten Menschen dazu, mehr Zuhause zu sein als sonst, und so sehnen sich auch viele in Waldeck-Frankenberg nach einem gemütlichen Wohnzimmer.

Waldeck-Frankenberg – Auch Menschen in der Region machen den Trend mit, den Weihnachtsbaum tendenziell früher aufzustellen und nicht erst, wie traditionell üblich, an Heiligabend.

„Manche stellen den Baum schon mal auf der Terrasse auf, schmücken ihn mit Lichterketten und holen ihn dann kurz vor Heiligabend ins Haus“, weiß Jürgen Wehrmann zu berichten. Der Vorsitzende des Bürgervereins Meineringhausen hat festgestellt, dass der Weihnachtsbaumverkauf des Vereins in diesem Jahr noch besser lief als sonst. Aus Gesprächen mit den Kunden am zweiten Advent hat er erfahren, dass die Nordmanntannen, die der Verein aus dem Sauerland bezogen hat, oft sofort zur Geltung kommen sollen. Er selbst macht es genauso und hat den Baum der Familie bereits draußen geschmückt.

Weihnachtsbaum-Verkauf: Nordmanntanne sehr beliebt

Weihnachtsbaumerzeuger rechnen bundesweit damit, dass sich der Verkauf dieses Jahr zeitlich nach vorne verlagert. „Die Menschen wollen es sich gemütlich machen“, sagte Saskia Blümel, Sprecherin des Verbandes Natürlicher Weihnachtsbaum. In Deutschland werden den Angaben zufolge rund 23 bis 25 Millionen Bäume jährlich verkauft.

Die beliebteste Art sei die Nordmanntanne, deren Preis laut dem Arbeitskreis Hessischer Weihnachtsbaum ungefähr bis zu 27 Euro pro so genanntem Laufmeter liegt. Im vergangenen Jahr war die Preisspanne etwas niedriger angegeben worden. Gestiegene Kosten bei Lohn, Energie und Betriebsmitteln bringen demzufolge vor allem im Sortiment der größeren Bäume höhere Verkaufspreise mit sich.

Regionale Weihnachtsbäume kaufen

Wer beim Weihnachtsbaumkauf auf Nachhaltigkeit setzen will, sollte regionale Bäume kaufen, sagt Hendrik Block, Geschäftsführer der Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH. Von Plastikbäumen rät er eher ab, ebenso der BUND Landesverband Hessen: „Künstliche Weihnachtsbäume sind nicht umweltfreundlicher als natürliche. Sie werden häufig importiert, sind schlecht recycelbar und müssten fast 20 Jahre verwendet werden, um eine bessere Ökobilanz als ein gewachsener Baum zu erlangen“, schreibt der BUND in einer Pressemitteilung. Umweltfreundlich seien Weihnachtsbäume aus nachhaltigem und ökologischem Anbau, wo nicht gespritzt und gedüngt werde.

In Hessen bauen nach Angaben des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen gut 50 Betriebe Weihnachtsbäume gartenbaulich an. Die Größe der Betriebe liegt demnach im Schnitt zwischen einem und drei Hektar. In den ersten Jahren nach der Pflanzung werden in den meisten Betrieben Herbizide eingesetzt. Vereinzelt regulieren aber auch Schafe den Unkrautaufwuchs. Wegen der Trockenheit der vergangenen Jahre müssen die Kulturen vermehrt bewässert werden.

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