62 Arbeitnehmern gekündigt

Nach dem Listerien-Skandal: Der Firma Wilke geht das Geld aus - Kein Käufer gefunden

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Steht für 1,7 Millionen Euro zum Verkauf: Die Wilke-Immobilie in Berndorf. 

Wilke Fleisch- und Wurstwaren kann seine laufenden Kosten nicht mehr decken und steht vor der „Insolvenz in der Insolvenz“.

  • Nach Listerien-Skandal: Wilke kann laufende Kosten nicht decken
  • Insolvenzverwalter rät zum Immobilienverkauf
  • Möglicherweise Zwangsversteigerungen in der Zukunft

Update, 24.01.2020, 15.38 Uhr: Die Suche nach einem Käufer, der den Betrieb der Berndorfer Wurstfabrik Wilke fortführt, ist gescheitert. Trotz intensiver Bemühungen sei keine Nachfolge gefunden worden, teilte Insolvenzverwalter Dr. Mario Nawroth am Freitag nach einer Gläubigerversammlung im Amtsgericht Korbach mit.

Wilke: Allen 62 Arbeitnehmern wurde gekündigt

Den zuletzt 62 Arbeitnehmern sei unter Einhaltung der rechtlichen Anforderungen gekündigt worden. Nawroth: „Mit dem Betriebsrat wird noch ein Sozialplan abgeschlossen werden. Die Abstimmungen hierzu laufen.“

Nachdem der Verkauf des kompletten Unternehmens gescheitert ist, sollen nun die einzelnen Vermögenswerte verwertet werden, um die Forderungen der Gläubiger zu befriedigen. Die bestehenden rechtlichen Auseinandersetzungen würden indes fortgesetzt.

Wilke geht das Geld aus: Insolvenzmasse reicht nicht für laufende Kosten

Erstmeldung: 16.01.2020, 11.03 Uhr: Wilke hat kein Geld mehr für die laufenden Kosten. Der Insolvenzverwalter hat sogenannte „Masseunzulänglichkeit“ angezeigt. Das bedeutet: Die Insolvenzmasse reicht nicht aus, um die Verbindlichkeiten, beispielsweise die Grundsteuer, zu bezahlen. Es ist quasi die „Insolvenz in der Insolvenz“.

Vorrangig werden jetzt die Kosten des Insolvenzverfahrens bezahlt. Darunter fallen Gerichtskosten und die Kosten und Auslagen des Insolvenzverwalters. Erst danach sind die Gläubiger zu bedienen. Deckt die Insolvenzmasse nicht einmal die Verfahrenskosten, wird das Insolvenzverfahren eingestellt. Gläubiger könnten in diesem Fall ihre Forderungen nur noch durch eine Zwangsvollstreckung geltend machen.

Wilke hatte schon vor Listerien-Skandal zu kämpfen 

Das Berndorfer Unternehmen war im vergangenen Jahr durch den Listerienskandal in Zahlungsunfähigkeit geraten und hatte am 4. Oktober den Insolvenzantrag gestellt. Kurz zuvor hatte das Veterinäramt den Wursthersteller geschlossen und den Betrieb eingestellt. Wilke war aber bereits in den Jahren zu vor in schwierige Gewässer geraten. Schon 2017 stand das Berndorfer Unternehmen kurz vor einer Insolvenz: Wilke rutschte damals in die roten Zahlen, Wirtschaftsprüfer mahnten im Jahresabschluss, dass die Fortführung der Gesellschaft gefährdet sei.

Immobilie für 1,7 Millionen Euro im Internet angeboten

Die Gläubiger müssen nun darauf hoffen, dass es gelingt, das noch vorhandene Vermögen des Unternehmens zu verwerten – möglicherweise durch eine Zwangsversteigerung. Im Blickpunkt steht in erster Linie die Immobilie in Berndorf. Das knapp 34.000 Quadratmeter große Grundstück mit 25.000 Quadratmetern Lager- und Produktionsfläche, einem Wohnhaus und einem neu errichteten Blockheizkraftwerk sowie einem weiteren Grundstück mit einem Wohn- und Geschäftshaus wird derzeit für insgesamt 1,7 Millionen Euro in einem Immobilienportal im Internet angeboten.

Wie es mit Wilke Fleisch- und Wurstwaren konkret weitergehen wird, bleibt vorerst offen: Insolvenzverwalter Dr. Mario Nawroth aus Kassel reagierte auf eine Anfrage unserer Zeitung am Donnerstag nicht.

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Der Insolvenzverwalter lässt das Inventar der Firma Wilke Wurstwaren versteigern - vom Staubsauger bis zum Räucherwagen stehen rund 1200 Positionen zum Verkauf.

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