Zaun der Korbacher Firma Horizont wehrt Wölfe ab

Wollen Schafe besser schützen: Benno Spilker, Produktmanager Weidezaun und Dieter Hake, Geschäftsführer der Firma Horizont, entwickeln und produzieren Netze zur Wolfsabwehr. Fotos: Heinz

Korbach. Wölfe sind in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Kürzlich wurden auch im benachbarten Schwalm-Eder-Kreis Hinweise auf die Tiere entdeckt.

Der Wildpark Knüll hat 2015 zum Wolfsjahr erklärt. Auf diese Entwicklung reagiert auch die Korbacher Firma Horizont und entwickelt seit Jahren spezielle Stromzäune zur Wolfsabwehr.

„Das Thema Wolf ist längst nicht nur lokal zu betrachten. Wir tauschen uns international mit Experten aus“, erklärt Geschäftsführer Dieter Hake. Erst kürzlich war Benno Spilker vom Produktionsmanagement Weidezaun bei einem Vortrag in Italien. „Man sieht deutliche Unterschiede in der Vorgehensweise. In Italien wird mit richtig massiven Metallzäunen gearbeitet. Die halten den Wolf aber auch nicht ab. Wir haben uns eine andere Lösung überlegt“, sagt Spilker.

Die von Horizont hergestellten Netze wurden in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Schaf- und Ziegenzuchtverband entwickelt und nach den Erfahrungen der Tierhalter stetig verbessert und weiter entwickelt. „Wölfe leben schon seit zehn Jahren wieder im Osten Deutschlands. Die Menschen vor Ort haben ihre Erfahrungen mit den Tieren gemacht. Wir stehen in ständigem Austausch mit den Mitgliedern des Verbands.“

Zusätzliches Band 

Die Besonderheit: Das Wolfsabwehrnetz von Horizont ist mit 1,20 Meter höher als herkömmliche Netze und verfügt über ein zusätzliches Band, das sich im Wind bewegt. „Das irritiert den Wolf. Er kann dadurch die Höhe schlechter abschätzen und beim Sprung auch nicht aufsetzen, um sich abzustützen“, erklärt Spilker. Das sei eine wirksame Methode, um den Wolf von Weidetieren fernzuhalten. „Bis jetzt wurde unser Netz noch von keinem Wolf überquert.“

Die Zusammenarbeit mit dem Verband startete vor drei Jahren. „2008 gab es einen Sprung in der Wolfspopulation und dadurch auch mehr getötete Weidetiere. So kam unser Projekt zustande“, sagt Spilker. „Die Ausbreitung der Wölfe ist ein sensibles Thema. Wir nehmen die Sorgen der Menschen ernst. Aber natürlich wollen wir auch die Tiere schützen“, ergänzt Hake.

Erste Aufträge von ausländischen Viehhaltern gibt es bereits. Auch der Naturschutzbund Brandenburg ist an den Netzen aus Korbach interessiert. Für Mitte Mai ist bei der Firma Horizont ein Wolfsforum geplant, bei dem sich Praktiker aus dem In- und Ausland über Lösungen zur Wolfsabwehr austauschen können.

Von Christine Heinz

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