Seniorin stellt gesamte Ersparnisse vor die Haustür

Mehrere zehntausend Euro sind weg: Korbacherin (80) fällt auf falsche Polizisten rein

Ihre gesamten Ersparnisse in Höhe von mehreren zehntausend Euro hat eine 80-jährige Frau aus Korbach verloren, weil sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist.
+
Ihre gesamten Ersparnisse in Höhe von mehreren zehntausend Euro hat eine 80-jährige Frau aus Korbach verloren, weil sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist.

Ihre gesamten Ersparnisse in Höhe von mehreren zehntausend Euro hat eine 80-jährige Frau aus Korbach verloren, weil sie auf eine Betrugsmasche hereingefallen ist. Das berichtet die Polizei.

„Am Sonntag, 6. Juni, versuchten erneut Betrüger mit der miesen Masche ,Falscher Polizeibeamter‘ überwiegend ältere Menschen aus Waldeck-Frankenberg um ihre Ersparnisse zu bringen“, berichtet Dirk Richter, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg.

Dies sei bekannt geworden, nachdem ab 19.30 zehn Menschen aus Korbach die Polizei über Anrufe falscher Polizisten informiert hätten. Mehrfach habe sich dabei eine Frau als ,Nicole Schwarz‘ von der ,Polizeistelle Korbach‘ vorgestellt. „Es folgte die bekannte Geschichte, wonach in der Nähe des Wohnortes der Angerufenen zwei Straftäter festgenommen worden seien, bei denen die Polizei Notizen gefunden habe, auf denen die Adressen der Angerufenen stehen“, so Richter.

Dirk Richter, Sprecher der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg.

Die Betrüger hätten erklärt, dass sie nun davon ausgingen, dass auch die Angerufenen Opfer von Einbrüchen oder anderen Straftaten werden könnten. „Sie versuchten, die überwiegend älteren Menschen auszufragen, ob Geld, Schmuck oder andere Wertgegenstände im Haus gelagert würden. Fast alle erkannten, dass es sich um Betrüger handelte. Sie beendeten das Telefonat und informierten die Polizei. In den meisten Fällen wurde im Display der Angerufenen eine Telefonnummer mit Korbacher Vorwahl angezeigt“, berichtet der Polizei-Sprecher.

Bei der 80-jährigen Korbacherin seien die Betrüger erfolgreich gewesen. „Beim ersten Anruf gegen 23 Uhr meldete sich eine Frau, die sich wieder als ,Nicole Schwarz‘ von der Korbacher Polizei, K 4, Einbruchs- und Hauptdezernat, ausgab. Sie berichtete von Rumänen, die unterwegs seien, um abzukassieren. In der Folge erhielt die Seniorin weitere Anrufe, auch von anderen angeblichen Polizisten“, so Richter. Sie sei nach Geld und Wertgegenständen ausgefragt worden, man sei jetzt für sie und ihre Sicherheit verantwortlich. „Wegen der seriös wirkenden Gesprächsführung gelang es der angeblichen Nicole Schwarz und ihren Mittätern, die Frau zu überreden, ihre gesamten Ersparnisse in eine Tasche zu packen und vor die Haustür zu stellen. Die Tasche holte einer der Betrüger gegen 3.15 Uhr ab. Die Korbacherin konnte nur sehen, dass es vermutlich ein Mann war.“

In der Nacht und bis Montagnachmittag hätten die Betrüger weiter bei der Frau angerufen, um zu verhindern, dass sie Angehörige oder die Polizei informiert. Richter: „Erst am Montagnachmittag schöpfte die Frau Verdacht und rief eine Angehörige an, die die Polizei verständigte.“

Die Kriminalpolizei Korbach bittet um Hinweise. Wer in der Nacht von Sonntag auf Montag, insbesondere gegen 3 Uhr im Bereich der Pyrmonter Straße in Korbach, verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, sonstige Hinweise geben kann oder selbst Opfer dieser Betrüger geworden ist, wird gebeten, sich unter der Telefon: 05631/971-0 zu melden.

Tipps der Polizei zum Schutz gegen die Betrugsmasche ,Falscher Polizeibeamter‘

- Die echte Polizei erfragt am Telefon keine Details zu Bargeld oder Wertgegenständen im Haus. Die Polizei fordert Sie niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen.

- Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen oder familiären Verhältnissen preis.

- Seien Sie misstrauisch: Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen, Vertrauenspersonen und der örtlichen Polizei.

- Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.

- Auch wenn Sie im Display die „110“ oder eine Telefonnummer mit einer ihnen bekannten Vorwahl sehen: Das sogenannte „Call-ID-Spoofing“ erlaubt es Kriminellen, die eigene Rufnummernanzeige zu ändern und statt der Originalrufnummer eine beliebige Rufnummer anzeigen zu lassen. Kriminelle nutzen diese Möglichkeit nicht nur um ihre Identität zu verschleiern, sondern auch um gezielt bei ihrem Gesprächspartner den Eindruck zu erwecken, es handele sich um einen Anruf der Polizei oder einer anderen Behörde.

- Informieren Sie sofort die Polizei über die 110, wenn Ihnen ein Anruf verdächtig vorkommt oder Sie schon Opfer geworden sind. WICHTIG: Beenden Sie das vorige Telefonat unbedingt durch Auflegen und wählen erst nach einigen Minuten die 110.

- Sprechen Sie mit Angehörigen, die Opfer werden könnten, über diese Betrugsmasche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.