Bienen Lebensraum bieten

Korbacher Imkerverein sucht Paten für sein Blühwiesen-Projekt

Die Imker Karl-Friedrich Biederbick, Heinz Graf und Gerhard Hoffmann (von links) betreuen das Blühwiesen-Projekt.
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Imker betreuen das Blühwiesen-Projekt: (von links) Karl-Friedrich Biederbick, Heinz Graf und Gerhard Hoffmann am Lehrbienenstand.

Das Blühwiesen-Projekt des Imkervereins Korbach war im vergangenen Jahr ein voller Erfolg, es soll fortgesetzt werden.

Das Konzept, die Anlage des Ackerstreifens über Patenschaften zu finanzieren, war voll aufgegangen. 5000 Quadratmeter Blühstreifen wurden hinter dem Waldecker Berg angelegt. Der natürliche Lebensraum von Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten ist in den Industriestaaten zurückgegangen, damit auch die Artenvielfalt.

Mancherorts haben Landwirte und Naturschützer bereits reagiert und in Zusammenarbeit Blühstreifen angelegt, mit vielfältigen Wildblumen und Gräsern. Auf Initiative der Imker war in der Korbacher Gemarkung bereits 2020 nahe dem Lehrbienenstand hinter dem Waldecker Berg ein Ackerstreifen zur Blühwiese geworden. Die Imker sind überzeugt davon, dass nachhaltiger Naturschutz nur möglich ist, wenn jeder mit anpackt, sich umweltbewusst verhält und sich für Natur- und Artenvielfalt engagiert. Ein Landwirt ist auch mit im Boot, er stellt die Fläche zur Verfügung und übernimmt die Einsaat. Sinn mache es, so die Bienenzüchter, die Blühwiesen langfristig und über Jahre zu betreiben, damit die Insekten hier auf Dauer heimisch werden.

Blühwiese-Paten gegen keine weiteren Verpflichtungen ein

Um das Ganze zu finanzieren, werden, wie im vergangenen Jahr, Patenschaften angeboten, an denen sich jeder beteiligen kann. Wie groß die Blühwiese im Endeffekt wird, hängt davon ab, wie viele Paten sich begeistern lassen und das Projekt finanziell unterstützen. Für 25 Euro gibt es beispielsweise 50 Quadratmeter Lebensraum, für 50 Euro 100, für 100 Euro 200. Die Paten gehen keine weiteren Verpflichtungen ein. Die Blühwiese wird von einem Landwirt und vom Imkerverein gepflegt. Nach Anmeldung können die Wiese und der Lehrbienenstand besichtigt werden. Hier kann jeder im Verlauf des Jahres lernen, welche Pflanzen und Insekten vorkommen und wie sich das Ökosystem im Verlauf des Jahres verändert. Wer will, kann auch mitarbeiten. Die Imker stellen auch Patenurkunden zum Verschenken aus. Informationen zu dem Projekt und den Patenschaften gibt es bei Gerhard Hoffmann, Tel. 05631/1466.

Tipps für das Anlegen einer Blühwiese im eigenen Garten

Eine gründliche Saatbettbereitung ist von enormer Wichtigkeit für den Erfolg von Blühstreifen. So wird bereits vor der Aussaat über den Erfolg der entstehenden Blühfläche entschieden. Besondere Sorgfalt sollte bei mehrjährigen Mischungen erfolgen, da eine zu starke Verunkrautung zu einem Ausfall von zahlreichen angesäten Pflanzen führen kann.Zunächst ist eine gründliche, mechanische Unkrautbekämpfung durchzuführen, insbesondere, wenn der Unkrautdruck hoch ist. Die zu bepflanzende Fläche sollte absolut unkrautfrei sein. Anschließend erfolgt eine Bodenlockerung mithilfe einer Egge oder eines Grubbers. Das entstehende Saatbett sollte locker und feinkrümelig sein.

Der optimale Saatzeitpunkt ist von den aktuellen klimatischen Bedingungen abhängig und kann von Jahr zu Jahr erheblich variieren. Idealerweise sollte vor Beginn der feuchten Witterung gesät werden. Wildkräuter- und Wildgräsersamen benötigen nach der Aussaat mindestens sechs Wochen durchgehende Feuchtigkeit, um optimal zu keimen. Der günstigste Zeitpunkt für eine Aussaat ist das Frühjahr, wobei, mit Einschränkungen, prinzipiell eine ganzjährige Aussaat möglich ist.

Zur leichteren Aussaat und um ein Entmischen der verschiedenen Korngrößen zu verhindern, sollte das Saatgut vor der Ausbringung auf etwa 10 bis 20 Gramm pro Quadratmeter mit Sojaschrot oder einem ähnlichen Trägerstoff (Sand) aufgemischt werden. Das Saatgut sollte flach auf ein feinkrümeliges Saatbeet ausgebracht werden. Dabei sollten die Samen nicht in den Boden eingearbeitet werden, die maximale Ablagetiefe beträgt 0,5 Zentimeter. Das Anwalzen nach der Aussaat sorgt für den nötigen Bodenschluss und so für eine gleichmäßige Keimung.
Von Hans Peter Osterhold

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