„Das war ein Fehler“

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich gibt vorzeitige Corona-Impfung zu

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich.
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Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich.

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich hat sich vor rund vier Wochen im städtischen Altenheim „Haus am Nordwall“ mit einer übrig gebliebenen Impfdosis gegen Corona impfen lassen, ohne an der Reihe gewesen zu sein. Nachdem unsere Zeitung einen anonymen Hinweis erhalten hatte, räumte Friedrich den Vorfall auf Nachfrage ein. Er bedauert sein Fehlverhalten.

Korbach – Friedrich bestätigte, dass er entgegen der vom Bund festgelegten Reihenfolge bereits eine Impfung bekommen hatte, obwohl er nicht zur ersten Prioritätsgruppe in der Corona-Pandemie gehörte. Nachdem für Restbestände an einem Sonntagnachmittag kurzfristig keine anderen Kandidaten entsprechend der Prioritätenliste gefunden worden seien, sei er von der Einrichtung angerufen worden. Um die übrig gebliebene Dosis nicht verfallen zu lassen, habe er sich impfen lassen. In Sachen Impfung sei er aber niemals von sich aus aktiv geworden, betonte Friedrich: „Ich habe mir keinen Impfstoff erschlichen.“

Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich: „Das war ein Fehler“

Der Korbacher Bürgermeister weiter: „Weil es diesbezüglich vor vier Wochen noch keinen Plan, keine Strategie gab, wie mit schwer lagerungsfähigen Impfresten umzugehen ist, haben alle Beteiligten ad hoc aus dem Bauch heraus gehandelt, mich eingeschlossen. Das war ein Fehler.“ Wenn er sich etwas vorzuwerfen habe, dann dass er in diesem Moment nicht ausreichend darüber nachgedacht habe, erklärte Friedrich: „Das war ein Schnellschuss. Hierfür gibt es keine Entschuldigung.“

Den eigentlich fälligen Termin für die zweite Dosis werde er deshalb nicht wahrnehmen: „Es steht außer Frage, dass ich nicht in irgendeiner Form vorrangig behandelt werden darf und dementsprechend gibt es bei mir auch keine zweite Impfung.“

Corona-Impfstoff ist aufbereitet nur wenige Stunden haltbar

Nachdem der Corona-Impfstoff aufbereitet und verdünnt wurde, ist er nur noch wenige Stunden haltbar. Wenn Menschen ihren Impftermin absagen, können deshalb am Ende es Tages Impfdosen übrig bleiben. Wer diesen Impfstoff bekommen darf, ist nicht verbindlich geregelt. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert auf, mittels Wartelisten und Pool-Lösungen sicherzustellen, dass der Impfstoff zunächst nur an die priorisierten Menschen verimpft wird.

Zunächst sollten in Deutschland nur Menschen geimpft werden, die zur höchsten Priorität gehören, wie sie in der Bundesimpfordnung festgelegt ist. Neben Menschen über 80 Jahren, Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen sind das Pflegekräfte und medizinisches Personal, das Covid-19-Erkrankte behandelt oder Patienten, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf haben. In dieser Woche haben erste Bundesländer damit begonnen, Personen der Prioritätsgruppe 2 zu impfen.

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