Corona-Impfung

Korbachs Bürgermeister vorzeitig geimpft - Haus am Nordwall äußert sich: „Impfung war unkritisch“

Das städtische Alten- und Pflegeheim „Haus am Nordwall“ in Korbach.
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„Haus am Nordwall“ in Korbach: Dort wurde Bürgermeister Klaus Friedrich (parteilos) vor mehr als vier Wochen vorzeitig gegen das Coronavirus geimpft.

Wie ist es zur vorzeitigen Corona-Impfung des Korbacher Bürgermeisters Klaus Friedrich gekommen? Das städtische Alten- und Pflegeheim „Haus am Nordwall“ äußert sich zu dem Fall.

Korbach – Wie berichtet, wurde der Verwaltungschef vor mehr als vier Wochen im städtischen Alten- und Pflegeheim „Haus am Nordwall“ gegen das Coronavirus geimpft, obwohl er nach geltender Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums noch gar nicht an der Reihe war. Nach einem anonymen Hinweis gab Klaus Friedrich die vorzeitige Impfung auf Nachfrage unserer Zeitung zu. Er entschuldigte sich für seinen Fehler.

Dass ausgerechnet der Bürgermeister angerufen wurde, um eine übrig gebliebene Impfdosis verabreichen zu können, hält das Haus am Nordwall in Korbach für unproblematisch. Sprecherin Claudia Schneider teilte am Montag auf Anfrage unserer Zeitung mit: „Als an dem Sonntagnachmittag ersichtlich war, dass bei dem vierten und letzten Impftermin im Alten- und Pflegeheim Impfstoffdosen übrig bleiben, wurde zunächst das Stadtkrankenhaus Korbach informiert. Alle Bewohner und Mitarbeiter des Hauses am Nordwall, die sich impfen lassen wollten, hatten zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Impfung erhalten, so dass hier kein Bedarf mehr bestand.“

Klaus Friedrich

Es sei zudem hinreichend bekannt, dass der Impfstoff nach Zubereitung innerhalb einer Stunde injiziert werden müsse und nicht transportiert werden könne.

„Seitens des Krankenhauses konnten innerhalb der zur Verfügung stehenden Stunde glücklicherweise zwei Klinik-Mitarbeiter kurzfristig für die Impfung aktiviert werden. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates und oberster Dienstherr des Altenheimes wurde dann Klaus Friedrich über eine noch vakante Dosis informiert. Diese musste binnen kürzester Zeit – innerhalb von 30 Minuten – injiziert werden, da das Vakzin sonst zu verfallen drohte“, berichtet Claudia Schneider. Die Anzahl der bestellten Impfdosen habe exakt der Anzahl der zu impfenden Personen entsprochen. Es sei kein zusätzliches Vakzin bestellt worden, sondern akute Krankheitsfälle hätten dazu geführt, dass drei vorgesehene Personen – Mitarbeiter und Bewohner – nicht hätten geimpft werden können.

Claudia Schneider, Sprecherin „Haus am Nordwall“ in Korbach.

„Unerwartet war also eine Dosis des Impfstoffes vakant. Weil die Informationskette zuvor eingehalten wurde, kurzfristig keine andere Person verfügbar und es nicht im Vorhinein geplant war, ist die Impfung des Bürgermeisters aus unserer Sicht unkritisch zu bewerten“, sagt Altenheim-Sprecherin Claudia Schneider und stellt abschließend folgende Frage: „Sollte sich nicht jeder fragen, ob er nicht auch diesen spontanen Entschluss gefasst hätte, bevor ein wertvoller Impfstoff verfällt?“ (Philipp Daum)

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