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Kosten für Besucherzentrum am Edersee steigen auf 1,8 Millionen

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Teurer als geplant: Das Gemeindeparlament genehmigte einen finanziellen Nachschlag von 100 000 Euro für das Besucherzentrum an der Sperrmauer.
Teurer als geplant: Das Gemeindeparlament genehmigte einen finanziellen Nachschlag von 100 000 Euro für das Besucherzentrum an der Sperrmauer. © Cornelia Höhne

Das neue Besucherzentrum auf dem Vorplatz der Edertalsperre kann planmäßig zu Ende gebaut werden. Die Edertaler Gemeindevertretung bewilligte in ihrer jüngsten Sitzung noch einmal einen finanziellen Nachschlag von 100 000 Euro.

Edertal – Die Gesamtkosten für das ehrgeizige Tourismusprojekt steigen damit auf netto 1,8 Millionen Euro. Dazu erhält die Gemeinde eine Förderung von 1,28 Millionen Euro. Über eine Erhöhung wird derzeit verhandelt. Weitere Kostensteigerungen sind nicht zu erwarten, wie Bauamtsleiter Alexander Paul bereits in der vorbereitenden gemeinsamen Sitzung des Finanz- und des Planungsausschusses erläutert hatte.

Nochmalige Mehrkosten für Neubau am Edersee

Die allgemeine Baukostenentwicklung mit einer Steigerungsrate von bis zu 21 Prozent in den vergangenen drei Jahren sowie leistungsstärkere Projektoren für die Multimediaschau, weitere Trennwände und ein modernes Kassensystem lösten nach Darstellung des Planungsausschussvorsitzenden Markus Jungermann (SPD) diese nochmaligen Mehrkosten aus. Beide Ausschüsse empfahlen dem Parlament fast einmütig, die Summe als außerplanmäßige Ausgabe bereitzustellen.

„Wir sind hier doch nicht bei ´Wünsch dir was´“

„Wir sind hier doch nicht bei ´Wünsch dir was´, betonte der Fraktionschef der Grünen, Rainer Pfeffermann, zum Auftakt einer nochmaligen kurzen Debatte. Er kritisierte, dass kein Planer im Ausschuss anwesend war, um den Abgeordneten Rede und Antwort zu stehen. „So musste es der Bauamtsleiter richten. Das kann doch nicht sein.“

Die Grünen wollten laut Pfeffermann andererseits das Projekt nicht stoppen. „Das Ding muss fertig werden, wir können es so nicht stehen lassen.“ Aber: „Mit mir und uns wird es so etwas in Zukunft nicht mehr geben.“

WIR-Fraktion nennt Fehler

Holger Blume, Fraktionsvorsitzender der Wählergruppe „Wir Edertaler“ verwies darauf, dass das Bauvorhaben Besucherzentrum seit Vorstellung der Planung eine bemerkenswerte Eigendynamik erfahren habe.

Als Beispiel nannte er den ursprünglich aus Stahlbeton mit Natursteinen verkleideten Turm, dessen Krone begehbar sein sollte. Doch laut Denkmalschutz musste der Turm kleiner werden. Blume: „Wer hat dieser Änderung zugestimmt? Es wurde nicht darüber beraten, das war unser erster Fehler.“

Dann sei aus dem kleineren Stahlbetonturm eine preiswerte Holzständerbauweise geworden. Auch darüber sei nicht beraten und abgestimmt worden. „Unser zweiter Fehler.“

Dreimal abgestimmt

Auch die ursprünglich geplante offene Bauweise von der Visualisierung zum Foyer und das damit verbundene Problem der Beheizung sei als störend empfunden worden. Und auch über ein modernes Kassensystem sei gesprochen worden.

Ob Mehrkosten für die Begehbarkeit der Plattform oder nun die weiteren 100 000 Euro für Projektoren, Trennwände und Kassensystem – „in Summe sind das für uns keine außerplanmäßigen Ausgaben, sondern Planungsfehler“, so Blume. Er beantragte deshalb, den Planer dazu persönlich im Ausschuss anzuhören. Das Parlament lehnte ab. Vorsitzender Dr. Uwe Ulrich (SPD) musste jedoch dreimal abstimmen lassen, da in zwei Durchgängen die Zahl der abgegebenen Stimmen nicht der der anwesenden Gemeindevertreter entsprach. (Jörg Schade)

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