1. Startseite
  2. Lokales
  3. Frankenberg / Waldeck

Marburg: Gesundheitsamt untersucht gehäufte Krebsfälle in einem Stadtteil

Erstellt:

Von: Tanja Koch

Kommentare

Eine Medizinisch Technische Assistentin untersucht den Patienten und Patientinnen entnommenes Knochenmark. In einem Teil Marburgs häufen sich Fälle bestimmter Krebsformen. (Symbolbild)
Eine Medizinisch Technische Assistentin untersucht den Patienten und Patientinnen entnommenes Knochenmark. In einem Teil Marburgs häufen sich Fälle bestimmter Krebsformen. (Symbolbild) © Waltraud Grubitzsch/dpa

In einem Stadtteil von Marburg häufen sich Krebsformen der Blut- und Immunzellen. Das Gesundheitsamt und das Krebsregister suchen nun nach möglichen Ursachen.

Marburg-Michelbach – Auf den Hinweis eines Arztes hin, dass zwischen 2010 und 2021 acht Menschen an Krebsformen der Blut- und Immunzellen erkrankt seien, leitete das Gesundheitsamt die Untersuchungen ein. 

Sie übermittelte alle Daten zur Analyse an das Hessische Krebsregister. „Parallel zu dieser Überprüfung veranlassten wir sofort umfangreiche Voruntersuchungen zu infrage kommenden umweltbezogenen Ursachen“, zitiert die Oberhessische Presse Marburg die Leiterin des Gesundheitsamtes Dr. Birgit Wollenberg. 

Keine Hinweise auf umweltbezogene Ursachen für Krebsfälle in Michelbach (Marburg)

Zwar liege laut dem Hessischen Krebsregister eine statistisch erhöhte Anzahl von Krebserkrankungen dieser Art in bestimmten Bereichen des Marburger Stadtteils Michelbach vor, wie ein Vergleich mit dem gesamten Landkreis sowie Hessen zeigte. Jedoch sei die Fallzahl klein und deshalb allein nicht aussagekräftig. Auch eine zufällige Häufung ist denkbar. Weitere Analysen seien deshalb ratsam.

Doch bislang sind offenbar keine gesundheitsschädlichen oder krebsauslösenden Ursachen im Ort gefunden worden. Weder konnten im Trinkwasser krebsauslösende Stoffe oder Strahlung gefunden werden, noch verdächtige Informationen im Altlasten-Register. „Auch Nachforschungen bei der Unteren Bodenschutzbehörde ergaben keine Hinweise“, zitiert die Oberhessische Presse Wollenberg.

Im nächsten Schritt will das Gesundheitsamt die Erkrankten kontaktieren und in einer Befragung eventuelle Zusammenhänge zwischen den Betroffenen ermitteln. „Das Befragen soll kurzfristig erfolgen, um möglichst schnell Klarheit zu schaffen, ob weitergehende Untersuchungen erforderlich sind“, wird Wollenberg zitiert.

Erst im Sommer 2021 wurde eine erhöhte Zahl von Krebs-Fällen in einer Gemeinde im Kreis Göttingen* in Niedersachsen festgestellt. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare