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Kreis verleiht Naturschutzpreis an Gerhard Kuhnhenne, Dr. Karl-Hermann Svoboda und Jasmin Heitmann

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Der Kreis Waldeck-Frankenberg hat am Mittwoch seinen Naturschutzpreis verliehen. Von links der Kreisbeigeordnete Fritz Schäfer, Meike Wolf vom Fachdienst Umwelt, die drei Preisträger Dr. Karl-Hermann Svoboda aus Volkmarsen, Jasmin Heitmann aus Frankenberg und Gerhard Kuhnhenne aus Goddelsheim sowie Landrat Jürgen van der Horst.
Der Kreis Waldeck-Frankenberg hat am Mittwoch seinen Naturschutzpreis verliehen. Von links der Kreisbeigeordnete Fritz Schäfer, Meike Wolf vom Fachdienst Umwelt, die drei Preisträger Dr. Karl-Hermann Svoboda aus Volkmarsen, Jasmin Heitmann aus Frankenberg und Gerhard Kuhnhenne aus Goddelsheim sowie Landrat Jürgen van der Horst. © Karl Schilling

Landrat Jürgen van der Horst hat am Mittwoch den Naturschutzpreis des Kreises Waldeck-Frankenberg an  Dr. Karl-Hermann Svoboda aus Volkmarsen, Gerhard Kuhnhenne aus Goddelsheim und Jasmin Heitmann aus Frankenberg verliehen.

Waldeck-Frankenberg – Van der Horst übergab bei einer Feierstunde im Korbacher Kreishaus die Urkunden an zwei Männer, die seit Jahrzehnten unermüdlich ehrenamtlich aktiv sind: an Gerhard Kuhnhenne aus Goddelsheim und Dr. Karl-Hermann Svoboda aus Volkmarsen. Den Jugendpreis überreichte er an Jasmin Heitmann aus Frankenberg.

Kuhnhenne leitet seit 1984 die Lichtenfelser Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland, kurz NABU. Dr. Svoboda ist seit 1991 Vorsitzender der Volkmarser Gruppe. Und Jasmin Heitmann führt seit 2019 mit Ayham Jarrah die Kindergruppe der Frankenberger Naturschutzjugend - Jarrah ist Preisträger des Jahres 2020.

Dass die Jury gleich zwei Preisträger gekürt habe, sei eine Besonderheit, betonte van der Horst: Beide hätten wegen ihrer langjährigen Verdienste die Ehrung gleichermaßen verdient. Hinzu komme mit Jasmin Heitmann ein „junges Talent“, das den Nachwuchs für den Naturschutz begeistere.

Dr. Karl-Hermann Svoboda

Dr. Karl-Hermann Svoboda sei „ein Urgestein des ehrenamtlichen Naturschutzes“, erklärte van der Horst und listete die zahlreichen Projekte und Schwerpunkte auf. Seit 1972 sei Svoboda im Deutschen Bund für Vogelschutz und in der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz engagiert.

1991 sei Dr. Svoboda in Volkmarsen heimisch geworden, wo er gleich den Vorsitz der NABU-Gruppe übernommen habe. Als Stadtverordneter sei er ein stetiger Mahner für Naturschutz gewesen. Gerade die naturnahe Waldbewirtschaftung liege ihm am Herzen, sagte van der Horst.

Im Kreistag habe er sich erfolgreich um die Gründung des Landschaftspflegeverbandes bemüht – er gehört dem Vorstand an. . Für die „Vogelkundlichen Hefte Edertal“ schrieb Dr. Svoboda bislang 18 Beiträge, er sei Sachverständiger für den Vogel- und Amphibienschutz und am Projekt zur Wiederansiedlung der Gelbbauchunke beteiligt.

Gerhard Kuhnhenne

Gerhard Kuhnhenne ist seit der Gründung der Lichtenfelser NABU-Gruppe 1984 ihr Vorsitzender. „Er ist ein verlässlicher Partner in der Region“, sagte van der Horst, er erfülle eine Rolle als „Ideengeber, Initiator und Motor“ der Gruppe. Seine Leistungsbilanz sei „sehr vorzeigbar“.

Er habe Arbeitseinsätze organisiert und mit angepackt, er habe seine Mitstreiter motiviert. Auch Kuhnhenne habe sich sich eine „umfangreiche Expertise erworben“. Ohne ihn sei die umfangreiche Naturschutzarbeit der Gruppe nicht denkbar.

Schon während seines Studiums habe er 1972/73 den Bestand von Rauch- und Mehlschwalben in Goddelsheim erhoben, 1992 und 2018 schrieb er Berichte für die „Vogelkundlichen Hefte Edertal“. Er arbeitete am Projekt zur „Avifauna“ in Waldeck-Frankenberg mit und verantwortete fünf Kapitel. Auch am Brutvogelatlas „Vögel in Hessen“ wirkte er mit und erfasste von 2005 bis 2009 den Raum Goddelsheim. Beim „Monitoring häufiger Brutvögel“ untersuchte er von 2004 bis 2020 eine Probefläche am Krutenberg bei Usseln, außerdem war er an der Erfassung des Rotmilans bei Usseln beteiligt.

Kuhnhenne habe zudem bei Freizeiten für Kinder- und Jugendgruppen in Münden und bei der NABU-Kreisjugend mitgewirkt und Projektwochen an der Grundschule in Sachsenberg mitgestaltet, erklärte der Landrat.

Jasmin Heitmann

Jasmin Heitmann ist seit 2011 in der Frankenberger Naturschutzjugend aktiv, zuerst in der Kindergruppe, später in der Jugendgruppe, die sie seit 2019 leitet. Heitmann bringe „tolle Ideen ein“ bei der Gestaltung der der Gruppenstunden für die Kinder und der praktischen Naturschutzarbeit, sagte van der Horst. Die Schülerin wirkt zudem bei Projekten zum Arten- und Biotopschutz mit – ihre ganze Familie mit ihren Eltern und der jüngeren Schwester engagiere sich mit – so organisiert sie Infostände bei Festen und Märkten.

Im August 2019 war Heitmann Betreuerin des Biologie-Projektes bei der Kinderakademie der Edertalschule mit. 2020 absolvierte sie den Gruppenleiterlehrgang der hessischen Naturschutzjugend.  Die Gruppenstunden alle zwei Wochen gestalte sie kreativ mit Spielen und Bastelarbeiten, lobte der Landrat.

Er rief sie auf, auch als Erwachsene weiterzumachen. „Wir brauchen junge Menschen“, die Kinder und Jugendliche erreichen. „Und wir brauchen die Kleinen“, um sie an den Naturschutz heranzuführen.

Preis wird seit 1982 vergeben

Der Preis wird bereits seit 1982 vergeben. Wegen der Corona-Pandemie habe es eine Pause bei der Verleihung gegeben, aber: „Wir legen Wert auf Kontinuität“, betonte der Landrat. Der ehrenamtliche Naturschutz genieße in Waldeck-Frankenberg eine besondere Wertschätzung, „wir haben eine lange Tradition.“ Die fachliche Kompetenz der Mitwirkenden spiegele sich auch in zahlreichen Publikationen wider, die weit über die Kreisgrenzen hinaus Beachtung finden. Der Kreis sei stolz auf eine derart große „fachliche Expertise“, die nicht selbstverständlich sei.

Die ehrenamtlichen Naturschützer hätten viel dokumentiert. Dadurch ließen sich Entwicklungen und Veränderungen im Naturraum nachvollziehen, gerade beim Vogelschutz. Auf dieser Grundlage ließen sich Aufgaben für die praktische Arbeit im Naturschutz ableiten, etwa: „Worauf müssen wir achtgeben? Wie geht es weiter? Wo gibt es Gefährdungen?“ Dann gelte es, klug zu handeln.

Der Landrat überreichte den Dreien mit dem Kreisbeigeordneten Fritz Schäfer und mit Meike Wolf vom Fachdienst Umwelt und Klimaschutz die Urkunden „für langjährige ehrenamtliche Verdienste im Naturschutz und in der Landschaftspflege“. Die Preisträger gaben Einblicke in ihre Arbeit.

Zahlreiche Gäste gratulierten, darunter der NABU-Kreisvorsitzende Heinz-Günther Schneider und sein Stellvertreter Karl-Heinz Bastet, der auch in der Jury mitgearbeitet hat.

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