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Waldeck-Frankenberg hat deutlich weniger Arbeitslose im Oktober

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Arbeitsagentur
Einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit in Waldeck-Frankenberg verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im Oktober. © Privat

Einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnet die Korbacher Agentur für Arbeit im Oktober: Im Kreis waren 3208 Menschen arbeitslos gemeldet, 348 oder 9,8 Prozent weniger als im September.

Waldeck-Frankenberg – Die Oktoberzahlen besagen aber auch: Es sind immer noch 476 Jobsuchende oder 17,4 Prozent mehr als im Oktober 2021. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,4 Punkte auf 3,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 3,1 Prozent gelegen.

Im gesamten Agenturbezirk mit Waldeck-Frankenberg und dem Schwalm-Eder-Kreis waren 7032 Arbeitslose gemeldet, 507 oder 6,7 Prozent weniger als im September. Die Quote sinkt von 4,1 auf 3,8 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahr liegt die Arbeitslosigkeit weiter höher: Im Vorjahresmonat waren 5852 Arbeitslose registriert, die Quote betrug 3,1 Prozent.

Die Lage in den drei Geschäftsstellen

Blick auf die Lage in den drei Geschäftsstellen im Kreis:

Von der „Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt“ profitierten alle Gruppen, erläuterte der Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper, am Mittwoch bei der Vorstellung der neuen Zahlen. Im Vergleich mit dem Vormonat sinke die Arbeitslosigkeit überall.

Zwei Behörden kümmern sich um Arbeitssuchende.

Die Agentur für Arbeit ist zuständig für Bezieher von Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. Bei ihr waren im Oktober bezirksweit 2510 Menschen arbeitslos gemeldet, das 67 weniger als im Vormonat und 18 weniger als vor einem Jahr.

Die beiden Jobcenter im Agenturbezirk zahlen die Grundsicherung aus. Bei ihnen waren im Oktober 4522 Arbeitslose registriert, 440 weniger als im September. Es sind aber 1198 mehr als im Oktober vor einem Jahr – da machen sich die ukrainischen Flüchtlinge bemerkbar.

„Übliche Herbstbelebung“

Das Sinken der Arbeitslosigkeit passe zur „üblichen Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt“, erläuterte Kemper. Allerdings sei in diesem Jahr ein etwas stärkerer Rückgang als in den vergangenen fünf Jahren zu beobachten. Besonders in den beiden Jobcentern sei die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken.

Für Kemper haben sich im Oktober mehrere Effekte bemerkbar gemacht. „Der Beginn des Ausbildungsjahres spiegelt sich in einer deutlichen Erhöhung der Abgänge aus der Arbeitslosigkeit in eine Ausbildung wider.“ An den Unis hat das Wintersemester begonnen. Auch dieser Trend falle „klar stärker aus“ als in den vorigen fünf Jahren. „Entsprechend sinkt die Zahl der jüngeren Arbeitslosen.“

Trotz der aktuellen Probleme und Unsicherheiten bleibe die duale Ausbildung im Fokus der Unternehmen – mit Blick auf die Entwicklung der Bevölkerung und auf den weiterhin bestehenden Mangel an Facharbeitern stelle sie nach wie vor „eine Perspektive mit Zukunft“ dar.

Außerdem habe sich der Zuwachs an Flüchtlingen aus der Ukraine abgeschwächt, sagte Kemper – seit Juni betreut das Jobcenter sie, wie berichtet, hatte ihre Aufnahme in die Statistik in den Sommermonaten zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen geführt. Die Zahl der neu arbeitslos gemeldeten Ukrainer liege im Oktober zwar höher als im Vorjahr, „sie hat sich jedoch im Vergleich mit dem Vormonat stabilisiert“, erklärte Kemper.

Erneut weniger offene Stellen gemeldet

Die Unternehmer scheinen angesichts der weltweiten Krisen und hoher Energiekosten vorsichtiger zu werden: Die Zahl der offenen Stellen im Agenturbezirk ist im Oktober um 136 auf 2612 gesunken, ein Minus von 4,9 Prozent und gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 1250 Jobs oder 32,4 Prozent.

Der Stellenbestand in Waldeck-Frankenberg liegt um 76 niedriger als im September bei jetzt 1350. Im Jahresvergleich bedeutet das einen Rückgang um 774 Stellen.

Landesweit gute Quote

Mit einer Oktober-Quote von 3,7 Prozent steht der Korbacher Agenturbezirk landesweit weiter gut dar, lediglich Bad Hersfeld/Fulda erreicht mit erneuten 3,3 Prozent einen besseren Wert. Und Waldeck-Frankenberg hat mit 3,7 Prozent sogar die drittniedrigste Quote aller hessischen Kreise vorzuweisen. red/-sg-

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