Helfer und Flüchtlinge in Sorge – Kritik an Anhörungsverfahren

Afghanen in Waldeck-Frankenberg droht die baldige Abschiebung

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Ihnen droht die Abschiebung: Flüchtlinge bei einer Inforamtionsveranstaltung in der Vöhler Synagoge. Rechts: Fördervereinsvorsitzender Karl-Heinz Stadtler.

Waldeck-Frankenberg. Etliche Flüchtlinge aus Afghanistan in Waldeck-Frankenberg haben ablehnende Bescheide des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erhalten.

Ihnen droht nun die Abschiebung. Deutliche Kritik am vorangegangenen Anhörungsverfahren übten am Dienstag Vertreter des Förderkreises „Synagoge in Vöhl“ bei einem Treffen mit Flüchtlingen und ehrenamtlichen Helfern.

„Ich glaube, dass das Verfahren rechtsstaatlichen Ansprüchen nicht genügt“, sagte Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler. Unter anderem seien die Flüchtlinge nur oberflächlich und unter großem Zeitdruck angehört worden, teilweise von fachfremden Personal, das von anderen Behörden abgezogen worden sei. Betroffene hätten berichtet, dass ihnen Formulare nicht in der richtigen Sprache ausgehändigt worden seien, so Stadtler. 

Die Einladungen zu den Anhörungen seien nur mit zwei bis drei Tagen Vorlauf versandt worden, so dass keine angemessene Zeit zur Vorbereitung gegeben gewesen sei. Die Flüchtlinge hätten teils mehrere Tage in den BAMF-Außenstellen Neustadt oder Offenbach auf ihre Anhörung warten müssen. Zweifel äußerte der Fördervereinsvorsitzende auch an der Einschätzung der Bundesregierung, dass es in Afghanistan Regionen gibt, die sicher genug sind. 

Gegenüber dieser Zeitung kündigte eine Sprecherin des Bundesamtes am Mittwoch an, ausführlich zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Eine entsprechende Erklärung will das BAMF am Donnerstag abgeben. Die Mitglieder des Fördervereins sammeln indes Unterschriften für eine Petition an den hessischen Innenminister Peter Beuth. Er wird darin aufgefordert, sich an der Abschiebung von Flüchtlingen nach Afghanistan nicht mehr zu beteiligen. Die Betroffenen selbst wollen gegen die Bescheide klagen.

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