Kühe können erkranken oder das Futter verweigern

Bauern sind sauer über Hundekot auf ihren Wiesen

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Waldeck-Frankenberg. Felder und Wiesen sollen nicht länger als Hundeklo herhalten: Schon seit Jahren beklagen sich Landwirte im Landkreis über die Verschmutzung von Grünfutter und Heu durch die Hinterlassenschaften von Hunden. Doch an der Situation hat sich bis heute nicht viel geändert.

„Vor allem auf Feldern und Wiesen, die an Spazier- und Wanderwegen liegen, ist das Problem mit Hundekot groß“, sagte Stephanie Wetekam, Geschäftsführerin des Bauernverbandes Waldeck.

Landwirt Christian Grünhaupt aus Diemelstadt-Helmighausen bestätigt das aus eigener Erfahrung: Offenbar sei es vielen nicht bewusst, dass es sich um Flächen handele, auf denen Nahrungsmittel erzeugt würden, sagt er.

Insbesondere das Grünfutter der Wiesen werde entweder frisch an die Kühe verfüttert oder als Heu oder Silage eingelagert. Gelange Hundekot mit in die Ernte, so werde ein großer Teil des Futters von den Kühen verweigert.

Sorgen bereiten dem Landwirt auch gefährliche Krankheitserreger, die durch Hundekot auf Heu oder Silage zu den Hoftieren gelangen können. Im schlimmsten Fall könne Hundekot zu Totgeburten von Rindern führen. Diese Gefahr sehen auch Parasitologen beim Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), dem Bundesinstitut für Tiergesundheit, am Standort Braunschweig. Der Kot könne, wenn auch selten, Bakterien wie Salmonellen und auch Parasiten enthalten. „Das Risiko ist zwar gering, aber wenn etwas passiert, ist der Schaden groß“, sagt Landwirt Christian Grünhaupt.

Die Bauern appellieren an die Hundehalter, insbesondere zur Erntezeit die Tiere anzuleinen und die Hinterlassenschaften auch im ländlichen Raum nicht liegen zu lassen. An vielen Feldern haben die Landwirte Schilder aufgestellt, mit denen sie Hundehalter um Rücksicht bitten: „Nicht vergessen: Hier wächst ihr Essen!“

Ob tatsächlich eine bedeutsame Gesundheits-gefahr durch Hundekot für Herden besteht, ist umstritten. Für Rinderaborte durch den Erreger Neospora caninum ist der „normale Stadt- und Familienhund“ offenbar in der Regel nicht verantwortlich zu machen. Darauf weisen die Bundestierärztekammer und das Friedrich-Loeffler-Institut in einer gemeinsamen Presseerklärung hin. Bei regelmäßig entwurmten Hunden dürfte auch die Gefahr einer Übertragung des Hundebandwurms gering sein. Über die Bandwurmeier, die auf der Weide bis zu zwei Jahren infektiös bleiben, können sich Rinder infizieren, die dann lebensgefährlich erkranken.

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