Deutsch-amerikanisches Paar geschockt über Trump-Wahl

nh123 Linda Hartmann aus Laisa und ihr amerikanischer Freund Mike Reimer.

Laisa. Sie sind enttäuscht über Trumps Wahlsieg, doch die Laisaerin Linda Hartmann und ihr amerikanischer Freund Mike Reimer können sich dennoch vorstellen, in den USA zu leben.

„Ich bin absolut geschockt, dass Trump die Präsidentschaftswahl in den USA tatsächlich gewonnen hat“, sagt Linda Hartmann. Die 27-Jährige, die aus Laisa stammt, war selbst einige Monate in den USA. Mit ihrem Freund Mike Reimer, einem Amerikaner, lebt sie derzeit in Stuttgart.

„Bis zuletzt habe ich daran geglaubt, dass die Amerikaner Trumps Lügen durchschauen und seine Inkompetenz für dieses Amt erkennen würden“, sagt Hartmann. Die Wahl spiegele ein großes Problem der amerikanischen Gesellschaft wider: die Bildungspolitik. „Gebildete Menschen würden sich unmöglich von solch einer Volksverhetzung in den Bann ziehen lassen. Beide Kandidaten waren nicht optimal, aber unter Trump werden es Frauen und Minderheiten noch schwerer haben, Gerechtigkeit zu erlangen“, sagt sie.

Ihr Freund Mike Reimer, der aus Oshkosh im US-Bundesstaat Wisconsin kommt, zeigte sich von Trumps Wahlsieg „sehr enttäuscht und überrascht“. Seiner Meinung nach sei Trump nicht qualifiziert für das Amt. „Ich war besorgt, dass er gewinnen könnte, da mich die Abstimmung zum Brexit daran erinnert hat, dass alles möglich ist“, sagt der 28-Jährige. Dass ihn so viele Amerikaner gewählt haben, könne an der Frustration über das politische System liegen. „Beide Parteien haben furchtbare Kandidaten aufgestellt, denen niemand vertrauen konnte.“

Reimer glaubt, dass für die USA nun eine Zeit der Ungewissheit beginne. „Das Land war vor der Wahl sehr gespalten, daher bedarf es nun einer starken Führung, die an der Vereinigung des Landes arbeiten muss. Trump wird es nicht möglich sein, die meisten seiner schrecklichen Versprechungen aus dem Wahlkampf einzuhalten, da das System auf Kontrollen und Gleichgewicht basiert und er nicht automatisch unbegrenzte Macht erhält.“

Hartmann und Reimer können sich trotzdem vorstellen, unter einem Präsidenten Donald Trump in den USA zu leben. „Auch wenn ich diese politische Entscheidung nicht unterstütze, wäre das für mich kein Grund, nicht in den USA leben zu wollen. Positive und negative Aspekte gibt es in jedem Land, und ich denke nicht, dass mich das im alltäglichen Leben beeinflussen würde“, sagt Linda Hartmann. Auch für Mike Reimer wäre es kein Problem, in seine Heimat zurückzukehren, „da ich noch nicht sagen kann, wie sich Trump letztlich in seiner Rolle als Präsident schlagen wird. Viele Politiker haben während ihrer Kampagnen gelogen, um gewählt zu werden, nur um ihre Ansichten nach dem Sieg zu ändern.“ (jpa)

Mehr zur Reaktion aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg auf die Wahl in den USA in der gedruckten Donnerstagausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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