Kaum Regen

Dürre: Neue Saat vertrocknet in Waldeck-Frankenberg in der Erde

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Symbolbild: Ein Landwirt pflügt ein staubtrockenes Feld.

Waldeck/Frankenberg. Die Dürre-Problematik ist – trotz nächtlicher Minusgrade – für die Landwirte in Waldeck-Frankenberg noch nicht vorbei. „Es muss regnen“, betont Matthias Eckel, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg.

75 Prozent der Aussaat erfolge im Herbst. Er selbst habe am 20. August Winterraps gesät, weil Regen gemeldet war. „Es gab aber nur zwei Liter pro Quadratmeter. Die Keime sind in der Erde vertrocknet.“

Nicht nur Winterraps wird im Herbst ausgesät, sondern auch Gerste, Weizen und Roggen. „Wir wollen nicht jammern“, sagt Eckel über die Ackerbau-Betriebe in Waldeck-Frankenberg, die zusammen 40 000 Hektar Fläche bewirtschaften. „Die Getreideernte 2018 war relativ gut.“ Quantitative Verluste von „etwa 10 bis 15 Prozent“ (in Brandenburg rund 30 Prozent) würden durch höhere Preise wieder ausgeglichen. „Unseren Ackerbauern geht es relativ gut“, sagt der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes. Sorgen bereiten ihm die Tierhalter. „Alle Weiden, speziell die Untergräser, sind nach der langen Trockenheit kaputt. Es ist es sehr fraglich, ob sich die Wiesen bis zum nächsten Jahr erholen“, so Eckel.

Das treffe besonders die etwa 500 Betriebe im Landkreis, die Mutterkuhhaltung betreiben – oft auch im Nebenerwerb. „Wir haben viele Betriebe, die ihr Stammvieh um etwa 20 Prozent zurückfahren.“ Jetzt im Herbst würden „normalerweise Kälber verkauft. Aber wer kauft jetzt schon Vieh?“, fragt Matthias Eckel. Das Futter sei bei vielen Landwirten so knapp, dass sie nicht wüssten, ob sie damit über den Winter kommen. Besonders betroffen seien Bio-Betriebe.

Die derzeit diskutierte Dürre-Hilfe der Bundesregierung helfe den heimischen Landwirten nicht, befürchtet Eckel. Das Verfahren sei „zu bürokratisch“. Eckel: „Die Millionen werden wohl an unseren Betrieben vorbeifließen.“

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