Betrugsvorwurf beim Wohnmobil-Handel 

Ehepaar aus Willingen soll Kunden um mehr als 475.000 Euro betrogen haben

Willingen/Kassel. Die Staatsanwaltschaft wirft einem Ehepaar aus Willingen vor, 34 Kunden seiner drei Wohnmobil-Handlungen in Korbach um mehr als 475. 000 Euro geprellt zu haben.

Ein Ehepaar aus Willingen muss sich seit Montag wegen gewerbsmäßigen Betruges vor dem Kasseler Landgericht verantworten.  Die Taten haben sich laut Staatsanwalt Dr. Poppe zwischen 2008 und 2012 ereignet. Als das erste Unternehmen 2009 Insolvenz anmelden musste, gründeten die beiden heute 58 und 50 Jahre alten Eheleute, die als Geschäftsführer fungierten, einfach zwei neue Wohnmobilunternehmen und machten weiter wie zuvor.

Ihr „Geschäftsmodell“ hatte, so Poppe in seiner Anklage, zwei Varianten, die eines gemeinsam hatten: Die Kunden bekamen weder ihr Geld noch die bestellen Reisemobile.

Variante 1: Das Ehepaar übernahm den Vermittlungsauftrag für den Verkauf eines Wohnmobils und verabredete mit dem Kunden einen Mindestpreis, in einem Fall beispielsweise 27.000 Euro.

Wenige Tage später wurde der Mindestpreis wegen angeblicher Unverkäuflichkeit des Autos auf 17. 000 Euro reduziert. Tatsächlich war das Mobil da aber bereits für 20 .500 Euro verkauft worden. Das Geld behielten die Korbacher Geschäftsleute für sich. In anderen Fällen bekamen die Kunden einen Bruchteil als Anzahlung überwiesen.

Variante 2: Ein Kunde kaufte bei dem Ehepaar aus Willingen ein Wohnmobil und blätterte dafür 29. 000 Euro auf den Tisch. Tatsächlich war das Auto aber bereits anderweitig verkauft worden. Gleichwohl wurde das Geld von dem Ehepaar nicht zurückgegeben.

Die empörten Kunden wurden mit Briefen und Versprechungen vertröstet und darum gebeten, auf juristische Schritte, die nur neue Kosten verursachen würden, zu verzichten. 

Rubriklistenbild: © pr

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