Ergebnisse aus dem Landkreis

Europawahl in Waldeck-Frankenberg: SPD sackt ab, Grüne verdoppeln Ergebnis

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Beim Wahlakt in der Vasbecker Walmehalle: Regine Kornemann vom Wahlvorstand und Friedrich Behle, der gerade seinen Stimmzettel in die Urne wirft.

Bei der Europawahl ist die SPD in Waldeck-Frankenberg der große Verlierer geworden. Die Grünen hingegen dürfen sich als Gewinner fühlen: Sie haben ihr Ergebnis von 2014 fast verdoppelt.

Die CDU ist am Sonntag in Waldeck-Frankenberg die stärkste Partei geworden. Sie kam im Landkreis-Ergebnis auf 29,1 Prozent, verlor damit aber 3,9 Punkte im Vergleich zur Europawahl 2014. Die SPD sackte kreisweit sogar um 12,0 Punkte auf 22,0 Prozent ab, blieb aber noch vor den Grünen, die auf 19,3 Prozent kletterten (+9,3). Im Gesamtergebnis aller 22 Städte und Gemeinden folgen die AfD mit 10,2 Prozent (+2,3), die FDP mit 6,7 Prozent (+2,4) und die Linken mit 3,2 Prozent (-1,3). 

Die CDU erreichte wie 2014 in Willingen ihr Top-Ergebnis im Landkreis: 38,0 Prozent. Für die SPD blieb Haina mit 30,3 die Hochburg unter den 22 Kommunen, sie erreichte ihren schlechtesten Wert mit 17,0 in Rosenthal, wo die AfD mit 13,6 Prozent ihr bestes Ergebnis kreisweit einfuhr. Die Grünen machten im Landkreis überall deutliche Gewinne von meist an die 10 Prozentpunkten. Ihr bestes Ergebnis erzielten sie mit 22,6 Prozent in Frankenau. Auffallend ist, dass sich viele Wähler im Landkreis gegen die etablierten Parteien entschieden haben: „Sonstige“ kamen auf 9,5 Prozent, 2014 waren es 6,2.

Die Wahlbeteiligung lag in Waldeck-Frankenberg bei 52,3 Prozent und damit deutlich höher als 2014 mit 37,2. Von den 122 990 Wahlberechtigten im Landkreis gingen 64 274 zur Wahl – 668 Stimmen davon waren ungültig. Die Wahlbeteiligung ist wohl ein Indiz dafür, dass die Themen, um die es derzeit in Europa geht, auch bei uns viele Menschen bewegen.

So herrschte am Sonntag zum Beispiel auch im Wahllokal des Diemelseer Ortsteils Vasbeck relativ viel Betrieb. Bis 13.30 Uhr hatten bereits 144 der 395 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, berichtete Thomas Meier. Hinzu kamen dort 47 Menschen, die Briefwahl beantragt hatten. Und mancher Wähler staunte über den langen Stimmzettel mit insgesamt 40 Parteien und Listen.

Neun ehrenamtliche Wahlhelfer sorgten im Vasbecker Wahllokal – dem Clubraum der Walmehalle – für den reibungslosen Ablauf. Die Leitung hatte am Vormittag Ortsvorsteher Albrecht Tobien, am Nachmittag übernahm Regine Kornemann. Gegen Mittag schaute auch der Diemelseer Bürgermeister Volker Becker vorbei.

Für Regine Kornemann ist es eine Ehrensache, sich im Wahlvorstand zu engagieren, sagte sie unserer Zeitung. Ob es um die Teilnahme an Viehmarkt-Umzügen oder um die Interessen ihres Heimatdorfes geht – stets ist sie mit von der Partie. Seit sie 2006 Mitglied des Ortsbeirats wurde, engagiert sie sich auch als Wahlhelferin. Die Europawahl am Sonntag war für sie bereits die dritte Wahl.

Für Wahlhelferin Jutta Franke hat die Europawahl eine besondere Bedeutung: Es gelte, für die Bürger ein lebenswerteres Europa zu schaffen, erklärte sie. Außerdem müsse das Friedensprojekt Europa bewahrt werden. Es sei ein „großes Gut“, dass es seit 1945 keine Kriege mehr auf dem Gebiet der EU gegeben habe.

Nach Schließung des Wahllokals um 18 Uhr hatten die Vasbecker Wahlhelfer noch etwa eine Stunde mit der Auszählung zu tun. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg war gegen 20 Uhr am Sonntagabend dann auch der erste Landkreis in Hessen, der sämtliche Gemeindeergebnisse auf statistik-hessen.de veröffentlicht hatte. Wie die Waldeck-Frankenberger in den 22 Kommunen abgestimmt haben, lesen Sie hier.

Lesen Sie auchEuropawahl 2019: Ergebnisse aus allen hessischen Gemeinden

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