Bewährungsstrafe wurde ausgeschlossen

Familienvater handelte mit Drogen und muss 15 Monate in Haft

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Frankenberger Land/Marburg. Wegen unerlaubten Handelns und Besitzes von Drogen ist ein 34-Jähriger Mann aus dem Altkreis Frankenberg vom Amtsgericht Marburg zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Eine Bewährung war wegen seiner Vorstrafen für das Gericht nicht mehr möglich. Nachdem ihm das Gericht unter Vorsitz von Nadine Bernshausen nach einem Gespräch hinter verschlossenen Türen für den Fall eines Geständnisses eine Strafe zwischen 15 und 20 Monaten zugesichert hatte, räumte der Angeklagte alle Tatvorwürfe ein.

Demnach hat er 2013 zweimal Drogen verkauft. Einmal waren es 48 Gramm Marihuana und 49 Gramm Cannabis, beim zweiten Fall dieselbe Menge Cannabis und 90 Gramm Marihuana. Bei einer Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei zudem 40 Gramm Marihuana und 3,4 Gramm Amphetamine.

„Das stimmt alles, aber ich habe kein Geld verdient“, betonte der Mann. Vielmehr habe er den kleinen Gewinn immer in den Eigenkonsum gesteckt. Er habe auch nicht oft gehandelt. Vielmehr habe er es ausgenutzt, für sich größere Mengen auf einmal beschaffen zu können.

Er kiffe täglich, gestand der Angeklagte freimütig. Zudem nehme er Amphetamine. Das führe dazu, dass er größere Mengen Alkohol trinke. Er wisse, dass seine Straftaten - zahlreiche Vorstrafen wurden verlesen und eine Tat unter laufender Bewährung begangen - alle mit seinem Drogenkonsum zu tun hätten, sagte der Familienvater. Seinen Kindern habe er eingestehen müssen, „dass ich nicht immer brav war.“

Doch das solle sich nun ändern. „Ich würde gerne eine Therapie machen, um mein Leben endlich zu resetten.“ Leider habe er nach einer erfolgreich verlaufenen Therapie zwar zunächst abstinent gelebt, nach Verlust des Arbeitsplatzes aber wieder angefangen. „Ich habe mir eingebildet, es kontrollieren zu können.“ Jetzt sei es ihm ernst, so der 34-Jährige. Eine Kostenzusage habe er bereits und auch einen Therapieplatz.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Verteidigung. Staatsanwalt Gert-Holger Willanzheimer hatte 20 Monate gefordert. Eine Bewährung schlossen alle Beteiligten angesichts der Vorgeschichten aus. Es fehle durch den weiteren Konsum gänzlich an einer positiven Prognose, hob Bernshausen in der Urteilsbegründung hervor. Verteidiger Peter Gros kündigte nach der Verhandlung an, jedoch zugunsten der Therapie eine Aufschiebung der Strafe zu beantragen.

Verurteilt wurde der Mann auch wegen Fahrens ohne Führerschein. Wie Willanzheimer in seinem Plädoyer begründet hatte, handele es sich um einen gänzlich anderen Sachverhalt, der zur Einwirkung auf den Angeklagten mit einer gesonderten Geldstrafe zu belegen sei. Er muss nun 60 Tagessätze in der Gesamthöhe von 900 Euro zahlen. (kse)

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