Experten vermuten, dass es ein verglühender Meteor war

Feuerball über Hessen: Erscheinung am Himmel war auch in der Region zu sehen

Feuerball über Hessen
+
Hier erscheint das Objekt grünlich. Es raste in schneller Geschwindigkeit über das Saarland hinweg.

Waldeck-Frankenberg. Ein helles, sich schnell bewegendes Licht am Himmel hat am Dienstagabend viele Menschen in Deutschland zum Staunen gebracht. Auch bei uns war es zu sehen.

So wunderte man sich zum Beispiel auch in Waldeck-Frankenberg über die seltsame Erscheinung. "Als ich in mein Auto eingestiegen bin, habe ich gegen 17.40 einen grünen Feuerball am Himmel gesehen. Er flog mit hoher Geschwindigkeit und einem langen Schweif über Ellershausen in Richtung Westen. Ich dachte mir zuerst, ich hätte mir das nur eingebildet, aber mehrere meiner Freunde haben das auch gesehen. Was hat das damit auf sich?", schrieb ein HNA-Leser noch am Dienstagabend an die Redaktion.

Auch bei der Polizeistation in Frankenberg ging ein Anruf zu dem ungewöhnlichen Licht am Himmel ein. "Der Anrufer hat sich über das grüne Licht gewundert und gedacht, es sei eine Drohne", berichtete ein Polizist.  Die Polizei in Frankfurt, wo am Dienstagabend ebenfalls viele Anrufe dazu eingingen, vermutete laut Deutscher Presse-Agentur, es seien Himmelskörper in der Atmosphäre verglüht und hätten so den Nachthimmel zum Leuchten gebracht.

Auch im Radio war das Himmelsphänomen am Mittwochmorgen ein viel diskutiertes Thema. Auf der Internetseite der „International Meteor Organization“ sind bislang 629 Meldungen (Stand 6.50 Uhr, Mittwoch) über Sichtungen des Objektes am Dienstag eingegangen. Sie erstrecken sich von Westfrankreich, über die Schweiz, ins Saarland, Baden-Württemberg bis Hessen. Auch in Bayern gab es Sichtungen. Bei den meisten Meldungen ist der Zeitraum 17.44 bis 17.50 Uhr angegeben.

Offenbar raste ein Meteor in die Erdatmosphäre, vermuten viele. Noch ist völlig unklar, ob es irgendwo einen Einschlag gab oder ob der Himmelskörper vollständig verglüht ist. 

Möglicherweise gibt es einen Zusammenhang zu den Leoniden: Die Leoniden bilden einen Meteorstrom, der alljährlich im November zu beobachten ist. Sein Ursprung ist der Komet Tempel-Tuttle, der auf seiner Umlaufbahn um die Sonne Bruchstücke verliert. Diese verglühen dann insbesondere Mitte November in der Erdatmosphäre, sichtbar als Sternschnuppen. Das Aktivitätsmaximum ist in der Regel in der Nacht vom 17. auf den 18. November zu beobachten. Astronomen nennen solche Feuerkugeln, also ein besonder heller Meteor, „Bolide“. Sie sind größer und heller als „normale“ Sternschnuppen.

Himmelserscheinung auch anderswo gesichtet

Auch im Schwalm-Eder-Kreis wurde die Himmelserscheinung beobachtet. Auf unseren Facebook-Post hin schrieb zum Beispiel Michaela A.: "Wir haben es in Gudensberg gegen 17.50 Uhr auch gesehen. Ich war so überrascht und beeindruckt, dass ich ans Fotografieren gar nicht gedacht hatte." 

Susanne W. hat den Himmelskörper zwischen Gudensberg und Fritzlar beobachtet. 

Beate K. hat eigenen Angaben zufolge Folgendes beobachtet: "Ich habe es gesehen, gestern Abend so gegen 18 Uhr in Edermünde-Besse...Ich war so fasziniert, dass ich mitten auf der Straße mit meinem Auto stehen geblieben bin....Die Wolken leuchteten in einem hellgrün. Ich hatte so etwas noch nie zuvor gesehen. Hammer!"

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.