Kritische Lage der Wälder

Forstamt Burgwald warnt: Bei Waldbesuch Gefahr von herabfallenden Ästen 

+
Eindeutiges Zeichen: Wie sehr die Trockenheit und der Borkenkäfer dem heimischen Wald derzeit zusetzen, zeigt zum Beispiel dieses Foto, das an der B 253 zwischen Laisa und Eifa entstanden ist. Der gesamte Waldrand und die dahinter stehenden Fichten sind braun, also abgestorben. 

Waldeck-Frankenberg – Borkenkäfer und Pilze befallen mit bisher nicht dagewesener Aggressivität Nadelwälder.  Nun sterben aufgrund der Dürre auch Laubbäume ab. 

Das Dürrejahr 2018 hat dem Wald stark zugesetzt. Seitdem befallen Borkenkäfer und Pilze Nadelwälder. Nun zeigen auch die Laubbäume, wie sehr sie unter der Dürre gelitten haben und sterben ab.

Die Förster von HessenForst weisen deshalb darauf hin, dass durch absterbende Bäume auch die Gefahren im Wald steigen. Trockene Äste oder ganze Bäume können schon bei leichtem Wind zu Boden stürzen. Beim Waldbesuch ist besondere Vorsicht geboten.

„Wir hatten nach der Dürre 2018 befürchtet, dass wir in diesem Jahr auch bei Buchen und anderen Laubbäumen Probleme beobachten müssen – doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der jetzt Schäden auftreten und Bäume sterben, überrascht uns“, sagt Arno Süssmann vom Forstamt Burgwald. „Es beginnt in der Baumkrone. Nach dem Austrieb der Blätter im Frühjahr wurden erste Stellen trocken und binnen weniger Wochen starben die Bäume ab“, schildert Süssmann die kritische Lage.

In ganz Hessen seien solche Absterbeerscheinungen zu beobachten. Wurzeln wurden durch die ausgetrockneten Böden geschädigt, die Rinde teilweise durch Sonnenbrand verletzt. Am Ende sind es Pilze, die den geschwächten Bäumen das Leben kosten. Die Pilze zersetzen das Holz und machen es brüchig. 

Je nach Befall brechen dann Kronenteile oder ganze Stämme ab. Süssmann: „Dadurch entstehen Gefahren, die allen Waldbesuchern bewusst sein müssen. Nur entlang öffentlicher Straßen und an Park-, Spiel- oder Grillplätzen beseitigen wir akute Gefahren schnellstmöglich. Innerhalb des Waldes können und müssen wir diese nicht beseitigen.“

Auch die Borkenkäfer seien ein Riesenproblem. Nach dem milden Winter bieten jetzt – bei warmen Temperaturen und noch immer trockenen Waldböden – geschwächte Fichtenwälder gute Vermehrungsgrundlagen. Der Diplodia-Pilz lässt Kiefernwälder mancherorts großflächig sterben, der Rußrinden-Pilz setzt dem Ahorn zu, Eschen leiden weiterhin am von Pilzen verursachten Triebsterben. 

„Seit Monaten machen wir alles in unserer Macht stehende, um den Wald zu erhalten, doch die Situation ist einfach extrem“, sagt Süssmann. „Auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und -flächen wegen Brandgefahr oder zu hoher Gefahr durch absterbende Bäume ist nicht ausgeschlossen.“  nh/jpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.