Das hilft dem Wald und dem Klima

Forstbetriebe in Waldeck-Frankenberg: Fichte statt Buche als Brennholz kaufen  

Waldschäden durch Borkenkäfer: Wie auf dieser Fläche bei Schreufa sieht es vielerorts im Kreis aus. Vertreter von Forstämtern, der neuen Kommunalwald-GmbH und des Maschinenrings rufen dazu auf, Fichtenholz als Brennholz zu kaufen. Von links: Martin Berthold (Forstamt Vöhl, seit 1. Oktober Kommunalwald-GmbH), Jérôme Metz (Forstamt Frankenberg), Walter Dersch (Maschinenring) und Hendrik Block (Kommunalwald-GmbH).

Waldeck-Frankenberg – Forstbetriebe appellieren an Brennholzkunden, in diesem Jahr Fichte statt Buche zu kaufen. Das sei kostengünstiger und zudem ein Beitrag zum Klimaschutz.

Waldeck-Frankenberg – Der Zustand der heimischen Wälder ist katastrophal: Trockenheit, Hitze und Schädlinge haben nicht nur den Fichten zugesetzt. Auch Laubbäume sind betroffen, insbesondere die Buche. „Der Wald zerrinnt uns unter den Händen“, sagen heimische Forstleute. Brennholz-Kunden können bei der Bewältigung der Katastrophe helfen: indem sie Fichtenholz statt Buche kaufen.

Der Borkenkäfer, der bereits 2018 sein zerstörerisches Werk begonnen hat, bringt auch in diesem Jahr im Landkreis wohl wieder hunderte Hektar Fichtenholz zum Absterben. Und jetzt befallen, wie berichtet, Schadorganismen die Buchen. Äste werden brüchig, fallen ab. Schnell wird der gesamte Baum zerstört.

„Das ist extrem gefährlich“, sagt Jérôme Metz vom Forstamt Frankenberg. Die Edersee-Randstraße musste deshalb, wie ebenfalls berichtet, gesperrt werden. Die Forstleute, die mehr als genug mit dem Fällen der vom Borkenkäfer befallenen Fichten zu tun haben, müssen jetzt auch bei den Buchen schnell handeln. „Die Verkehrssicherheit hat Priorität“, sagt Metz. Gefällt werden zunächst die kranken Buchen an Straßen und Wegen.

Hessen-Forst hat mittlerweile einen Einschlagstopp für gesunde Buchen verhängt. Ziel ist es, die bereits angeschlagenen Bestände nicht durch die Entnahme weiterer Bäume zu schwächen. Die Versorgung mit Brennholz könne über das bereits an Waldwegen lagernde Fichtenholz gewährleistet werden. Um es zu vermarkten, appellieren Vertreter der Forstämter, der neuen Kommunalwald-GmbH Waldeck-Frankenberg und des Maschinenrings Waldeck-Frankenberg, Fichtenbrennholz zu kaufen – zum Schnäppchenpreis von 20 Euro pro Festmeter, statt 60 Euro beim Buchenbrennholz.

Verbraucher könnten so dafür sorgen, dass das Fichtenholz aus dem Wald komme. Sie tragen zum Klimaschutz bei: indem Waldbesitzer zumindest geringe, wenn auch längst nicht kostendeckende Einnahmen erhalten, die sie für die Wiederaufforstung brauchen.

„In Süddeutschland verwenden die Menschen nur Fichtenholz und haben es auch warm“, sagen die Forstleute. Es verbrenne zwar etwas schneller als Buche, sei aber viel billiger. Hinzu komme, dass derzeit kein normaler Einschlag bei der Buche möglich sei. So werde im Winter 2019/20 voraussichtlich nicht die übliche Buchenbrennholzmenge bereitgestellt. Da vornehmlich kranke, abgestorbene Buchen geerntet werden müssen, gebe es auch Einbußen bei der Qualität.

Hier kann Brennholz bezogen werden:

Hier können interessierte Kunden Fichtenbrennholz beziehen:

 Hessen-Forst

 Bei den staatlichen Forstämtern kann das Brennholz online bestellt werden unter hessen-forst.de/marktplatz/#brennholz. Wem die Internetbestellung nicht geläufig ist, der kann sich auch telefonisch an das entsprechende Forstamt wenden. Hessen-Forst werde in diesem Herbst so gut wie kein Buchenbrennholz anbieten, sagt Jérôme Metz vom Forstamt Frankenberg. Der Preis pro Festmeter Fichte ist nach Abnahmemenge gestaffelt: bis 50 Festmeter 19,99 Euro, 50 bis 100 Festmeter 18 Euro und über 100 Festmeter 16 Euro.

Kommunalwald-GmbH 

Seit dem 1. Oktober kümmert sich die Kommunalwald Waldeck-Frankenberg GmbH um die Vermarktung von heimischem Holz aus Kommunalwäldern im Landkreis und zwei benachbarter Kommunen. Somit wird auch der Verkauf von Brennholz an private Kunden über die Gesellschaft abgewickelt – nicht mehr wie zuvor über die Forstämter. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten – online über die Webseite der Kommunalwald-GmbH unter kommunalwald.de oder über eine Brennholzliste, die bei den Kommunen ausliegt und in die man sich eintragen kann. In den Listen und im Internet sind zudem die Brennholzpreise für die jeweilige Region veröffentlicht. Die Anmeldung von Brennholz für den Winter 2019/2020 endet am 15. November. Spätere Meldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. 

Für die kommende Brennholz-Saison steht weniger Buchenholz als sonst, dafür aber eine große Menge an Fichtenholz bereit. Bei Bestellungen ab zehn Festmetern wird die Hälfte der bestellten Menge aus Fichtenholz zu einem Preis von 20 Euro pro Festmeter bzw. 13,20 Euro pro Raummeter bereitgestellt. Bedingt durch die Schädigungen der Buchen kann aus Gründen der Unfallverhütung kein Kronenholz innerhalb der Bestände zur selbstständigen Aufarbeitung zur Verfügung gestellt werden. 

Buchenholz aus Stamm- und Kronenteilen wird in langer Form und Fichtenholz in Fixlängen (zum Beispiel drei Meter lang) jeweils ungespalten am Forstweg bereitgestellt. Bestellt werden können Mengen von 5, 10, 15 und 20 Festmetern. 

Das sind die Waldbesitzer, die seit 1. Oktober über die Kommunalwald-GmbH Brennholz vermarkten: Waldeckische Domanialverwaltung, Stadt Waldeck, Stadt Bad Wildungen, Gemeinde Edertal, Stadt Fritzlar, Stadt Bad Arolsen, Stadt Gemünden, Gemeinde Breuna, Stadt Volkmarsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Vöhl, Gemeinde Twistetal, Waldeckische Landesstiftung, Stadt Korbach, Gemeinde Willingen (Upland) und Stadt Diemelstadt. 

Maschinenring

 Der Maschinenring Waldeck-Frankenberg vermarktet Fichtenbrennholz über seinen Holzhof (Firma Biomasse & Brennstofflogistik) in Goddelsheim, Sachsenberger Str. 35, Tel. 05 6 36/99 30 954, E-Mail-Adresse Holzhof@mr-wa-fkb.de. Dort kostet das Scheitholz – getrocknet, 25 Zentimeter lang – 45 Euro pro Schüttraummeter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.