Geldstrafe für Spuck-Attacke auf Ex-Freundin

Frankenberger Land. Ein 22-Jähriger hat nach einem Streit seine Ex-Freundin geschlagen, beleidigt und bespuckt. Das Amtsgericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 2250 Euro.

Erst entriss er ihr das Handy, dann ohrfeigte er sie und zum Abschied spuckte er ihr noch auf die Wange: Ein 22-Jähriger aus dem Altkreis Frankenberg ist am Mittwoch wegen Nötigung, Körperverletzung, Diebstahls und Beleidigung vom Frankenberger Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2250 Euro verurteilt worden.

Er soll im März dieses Jahres seiner 21-jährigen Ex-Freundin vor dem Aufzug des Gebäudes, in dem beide wohnten, aufgelauert haben. Dabei habe er ihr das Handy entrissen und sie geohrfeigt. Zehn Tage später soll er sie zudem wüst beleidigt und angespuckt haben.

Der Angeklagte räumte ein, dass er die 21-Jährige beleidigt und bespuckt habe. Geschlagen habe er sie jedoch nicht, beteuerte er. Er habe sie lediglich um seine Speicherkarte bitten wollen, die sich noch in dem Handy befand. Ein ärztliches Attest und Zeugenaussagen zeichnen jedoch ein anderes Bild. Demnach habe die 21-Jährige blaue Flecken an beiden Handgelenken erlitten. Auch das Ohr sei laut der Aussage der Polizistin, die am Tatort war, gerötet gewesen.

Die beiden sprachen sich danach aus. „Wir wollten das im Kleinen klären“, sagte die 21-Jährige. „Ich habe ihm aber keine Zeichen gegeben, dass wieder etwas laufen könnte“, sagte sie. Der Angeklagte hoffte aber, dass beide wieder zusammenkommen könnten. Er kaufte der 21-Jährigen ein neues Handy. Sie gab ihm das Alte zurück.

Daraufhin machte der Angeklagte am alten Handy eine Datenwiederherstellung. Nun konnte er alle Nachrichten der 21-Jährigen lesen. Und seine Hoffnungen platzten binnen weniger Sekunden.

Denn aus dem Nachrichtenverlauf ging für ihn hervor, dass ihn seine Ex-Freundin betrogen habe. Und das auch noch mit seinem Bruder. Aus Eifersucht und angetrunken habe er sie zur Rede stellen wollen, sagte der Angeklagte. Zeugen berichteten, er habe sie unter anderem als „Schlampe“ und „Hure“ beschimpft. Das Handy, dass er ihr erst vor Tagen geschenkt hatte, steckte er dabei ein. Zum Abschied spuckte er ihr vor allen Leuten auf die Wange. „Das bist du mir Wert“, schrie er dabei.

Die Staatsanwaltschaft sah den Angeklagten in allen Punkten schuldig und forderte wegen Nötigung, Körperverletzung, Diebstahls und Beleidigung eine Strafe von 90 Tagessätzen zu je 25 Euro.

Richterin Andrea Hülshoff folgte in ihrem Urteil der Staatsanwaltschaft. „Egal, wie sich jemand in der Beziehung benimmt, eine Beleidigung bleibt eine Beleidigung“, sagte die Richterin. „Und jemanden anzuspucken, das geht gar nicht. Das ist unterstes Niveau.“ Daher sei die Strafe angemessen.

Der 22-Jährige, der sich selbst verteidigte, akzeptierte das Urteil, das damit rechtskräftig ist.

Von Frank Brauner

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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