48 Geburtshelferinnen gibt‘s im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Hebammen: Engpass in der Urlaubszeit im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Waldeck-Frankenberg. Nur rund 50 Prozent der schwangeren Frauen in Hessen finden eine Hebamme, sagte Dr. Daniela Sommer (SPD) jetzt in der Sitzung des Kreistags. In Waldeck-Frankenberg sei die Situation noch recht gut, der Landkreis müsse die Rahmenbedingungen entsprechend erhalten.

Doch wie die Situation im Kreis tatsächlich ist, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Laut Landkreis gebe es keine Betreuungsdefizite in den Kreißsälen, auch würden alle Frauen eine Hebamme finden, eine Versorgungslücke gebe es nicht. Darauf stützte auch Sommer ihre Aussagen. 

Allerdings: Laut Marie-Luise Runde, Kreissprecherin der Hebammen in Waldeck-Frankenberg, funktioniere die Betreuung durch Hebammen im Landkreis „gerade noch so“. Und: „In den Urlaubszeiten geht es überhaupt nicht mehr.“ Gerade in Volkmarsen und Frankenberg müssten immer wieder Frauen ohne Nachsorge nach Hause geschickt werden, dort würden dringend Geburtshelferinnen gebraucht.

Die Kreis-Koalition aus SPD und CDU hatte zuvor eine Große Anfrage zur Hebammenversorgung formuliert. Demnach gibt es im Kreis derzeit 48 Hebammen, davon 35 im Nord- und 13 im Südkreis. Allerdings: Während sich Hebammen beim Gesundheitsamt zwar anmelden müssen, erfolge häufig keine Abmeldung, wenn die Tätigkeit aufgegeben wird.

 In Frankenberg gibt es drei Kreißsäle und 16 Plätze auf der Entbindungsstation, in Korbach zwei Kreißsäle und 18 Plätze sowie in Volkmarsen einen Kreißsaal und neun Betten. Die Plätze, so teilte die Kreisverwaltung mit, reichten nach Auskunft der Krankenhäuser „zum jetzigen Zeitpunkt“ aus.

Einstimmig verabschiedete der Kreistag eine Resolution, dass Land und Bund die Hebammenversorgung auf hohem Niveau auch künftig flächendeckend sicherstellen sollen.

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Von Julia Renner

Rubriklistenbild: © ©Africa Studio - stock.adobe.com

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