Krankenkassenverband will Änderungen: Ausübung in Gefahr

Hebammen im Waldeck-Frankenberg fürchten um ihre Arbeitsplätze

Waldeck-Frankenberg. Hebammen im Landkreis Waldeck-Frankenberg sehen sich in der Ausübung ihres Berufes gefährdet. Für Aufruhr sorgen geplante Änderungen des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen.

Als eine Folge könnte die Versorgung durch Beleghebammen bundesweit dramatisch beschnitten werden, befürchten neun Betroffene, die im St.-Elisabeth-Krankenhaus in Volkmarsen arbeiten.

Bereits jetzt herrsche eine angespannte Situation in der klinischen Geburtshilfe: In Volkmarsen betreuten 2016 neun Beleghebammen die Geburt von 409 Babys. Behandelt werden meist mehrere schwangere Frauen parallel.

Durch eine der geplanten Änderungen dürften sich Beleghebammen zukünftig nur noch um zwei Patientinnen gleichzeitig kümmern – weitere Anfragen von Schwangeren müssten abgewiesen werden. Da Hebammen gesetzlich zur Geburtshilfe verpflichtet sind, müssten diese in einem solchen Fall unentgeltlich arbeiten. Für zusätzliche Fälle würde die Krankenkasse zukünftig nicht mehr zahlen, falls die Änderungen in Kraft treten.

Zudem wird die Prämie der jährlich anfallenden Haftpflichtversicherung für Beleghebammen weiter erhöht. Um als Beleghebamme arbeiten zu können, müssen solche zum 1. Juli 7.639 Euro Prämie zahlen. Immer mehr Kolleginnen könnten die steigenden Versicherungskosten nicht mehr zahlen, berichten die Beleghebammen aus Volkmarsen.

Vergütung und Anzahl der Patientinnen, die parallel behandelt werden dürfen, seien nur zwei von mehreren Kriterien, über deren Einführung derzeit verhandelt werde, sagt die stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbands, Ann Marini. Ergebnisse gäbe es noch keine. Ziel sei nicht, den Beruf der Beleghebammen zu verdrängen.

Eine Schiedsstelle soll bis Ende Mai entscheiden, ob die geplanten Änderungen umgesetzt werden.

Von Pelle Faust

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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