Heimische Firmen finden genügend Schüler und Studenten

Arbeiten in den Ferien ist immer noch beliebt 

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Praktikant, Ferienjobber und seit Kurzem Auszubildender: Nico Tschöke (18) aus Korbach ist bei der Firma Horizont vor allem vor dem Computerbildschirm zu finden.

Waldeck-Frankenberg. Von wegen ausruhen: In Waldeck-Frankenberg arbeiten derzeit viele Schüler in den Ferien, um sich so ihr Taschengeld aufzubessern.

Eine genaue Zahl von Ferienjobbern ist im Landkreis zwar nirgendwo registriert. Klar ist aber: Die Firmen finden immer noch genug Aushilfskräfte. Bei der Pappenverarbeitungs-Gesellschaft Prima Welle in Rhoden arbeiten zehn Ferienjobber. Geschäftsführer Dr. Jens Neumann: „Wir erhalten immer wieder Anfragen von Schülern und Studenten aus der Region und können bis zu 40 junge Leute für eine Weile beschäftigen.“

Bei Almo in Bad Arolsen berichtet Personalleiterin Angelika Teppe, dass es genug Bewerber, aber weniger freie Stellen gibt. Das hänge bei dem Hersteller von Spritzen und anderen Injektionssystemen mit der zunehmenden Automatisierung in der Produktion zusammen. „Aktuell ist in der IT-Abteilung ein Ferienarbeiter tätig. In der Herstellung ist der Bedarf gegen null gesunken.“ Früher habe es bis zu 30 Ferienjobber gegeben. Teppe: „Einmal haben wir über Facebook kurzfristig Beschäftigungen ausgeschrieben. Innerhalb von zwei Stunden hatten wir 14 Bewerber.“

Beim Kupferdrahthersteller Essex in Bad Arolsen sind laut Werksleiter Joachim Spichal auch Schüler und Studenten beschäftigt. Drei Posten für Hilfsarbeiten sind besetzt, einer ist noch zu vergeben.

Probleme, Aushilfskräfte zu finden, hat auch der Bürstenhersteller Osborn in Burgwald nicht. Dort gibt es mehr Bewerber als Jobs. Auf die Sommerferien verteilt arbeiten 50 Ferienjobber, jeweils aber nur 14 Tage, um möglichst vielen eine Chance zu geben und weil die Arbeit nach Auskunft der Firma anstrengend ist.

Für das Unternehmen Horizont in Korbach sind Ferienjobber sehr wichtig. „Gerade in der Urlaubszeit brauchen wir Aushilfskräfte als Unterstützung in Produktion und anderen Bereichen“, sagt Personalbetreuerin Kirsten Kesper. 

Einer der Ferienjobber bei Horizont ist Nico Tschöke. Er steht kurz davor, sich einen lang gehegten Wunsch zu erfüllen. Er will sich ein Motorrad kaufen, welches er auch mit Geld bezahlen wird, das er bei der Korbacher Firma als Aushilfskraft in den Ferien verdient hat. 

„Da kam einiges zusammen“, sagt der 18-Jährige. Mittlerweile ist der Korbacher vom Ferienjobber zum Auszubildenden aufgestiegen – vor einigen Tagen, am 1. August, begann er seine dreijährige Lehre in dem Unternehmen. Nico Tschöke ist damit ein Paradebeispiel, das zeigt, welche Vorteile ein Ferienjob mit Blick auf die weitere berufliche Zukunft mit sich bringen kann. (ah/dau/r)

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