Herkunftsangabe für Fleisch: Metzger kritisieren EU-Verordnung

Waldeck-Frankenberg. Neue EU-Verordnungen stellen die heimischen Metzger, Bäcker und Gastronomie-Betriebe vor Herausforderungen. Sie sind nun verpflichtet, schriftlich zu informieren, welche Allergene in ihren Produkten stecken. Bislang mussten Kunden selbst nachfragen, ob Allergene im Essen sind.

Metzger müssen zudem seit April ihre Kunden über die Herkunft des Fleisches in ihren Produkten informieren, bisher war das nur bei Rindfleisch der Fall. Diese neue Auflage könne für kleine Fleischereien, die nur drei, vier Schweine in der Woche schlachten, existenzbedrohend werden, sagte der Obermeister der Fleischerinnung, Hans-Georg Schneider (Bottendorf). Einem Ein-Mann-Betrieb falle es schwer, sich auch noch um die neue Etikettierung zu kümmern.

Er sieht aber auch Vorteile für die heimischen Metzger. Denn die genaue Kennzeichnung trage dazu bei, das Vertrauen in deren Produkte weiter zu erhöhen.

„In unserem Betrieb sagen wir unseren Kunden schon seit 25 Jahren, von welchem Bauernhof das Fleisch stammt“, sagt Schneider. Und seine Metzgerei habe bereits vorher auf freiwilliger Basis Listen mit allen Inhalts- und sogar Nährstoffen erstellt. Natürlich verursachten die neuen Auflagen aber Mehrarbeit. Sie seien es aber nicht alleine, die den heimischen Familienbetrieben das Leben schwer machten, sondern die Fülle der Auflagen. „Da haben industrielle Großschlachtereien es viel leichter, sie umzusetzen“, sagt Schneider.

Die Kennzeichnungspflicht von allergenen Stoffen sorge in der Gastronomie für Verdruss, sagt der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbandes Frankenberg, Werner Steuber. „Für Betriebe, die alles frisch kochen, ist es eine Herausforderung“, erläutert er. Den Bäckern mache diese Auflage weniger zu schaffen, dafür aber andere Regeln, sagt Bäckerobermeister Gerhard Tent (Korbach).

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Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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