Immer weniger Schwalben: Futter und Brutplätze fehlen

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In einem Nest unter einer Decke: Durch weniger Viehhaltung und neue Verordnungen für Tierställe haben Rauchschwalben, wie diese in Rodenbach, Brutplätze verloren.

Waldeck-Frankenberg. Die Bestände an Schwalben in unserem Landkreis schrumpfen - teils beängstigend. Das belegen Zählungen und Beobachtungen von Naturschützern.

Den Schwalben fehlen Futter und Brutplätze.

Die Zeiten, in denen sich hunderte Schwalben wie Noten auf Telegrafendrähten in den Dörfern vor ihrem Abflug in ihre Winterquartiere sammelten, sind vorbei. Immer mehr Nester in Ställen, in denen die stahlblau schimmernde Rauchschwalbe brütet, bleiben von Jahr zu Jahr unbesetzt. Auch die Nester der Mehlschwalben mit dem weißen Bürzel an Hauswänden unter der Dachrinne stehen seltener zur Verfügung.

Gründe für den Schwalben-Schwund gibt es mehrere: Immer wieder gibt es Verluste unter den Zugvögeln auf der langen Reise zwischen ihren Winterquartieren und Brutgebieten, vor allem, wenn sie unterwegs in die Fallen von Vogelfängern geraten.

In der Brutheimat wird es durch die Veränderungen in der Landwirtschaft für die Rauchschwalben schwieriger, Nachkommen aufzuziehen. Das begann mit einer EU-Verordnung, die vorschreibt, aus hygienischen Gründen die Ställe, die bevorzugten Brutplätze der Rauchschwalben, abzuriegeln, die Fenster geschlossen zu halten. So konnten die Schwalben ihre Brutplätze nicht mehr erreichen. Weiterhin wurden noch zugängliche Ställe für sie unattraktiv durch zunehmend fehlende Viehhaltung.

Auch die seit vielen Jahren in der Landwirtschaft eingesetzten Insektizide durch die die Insekten-Nahrung der Schwalben drastisch sank, trug ihren Teil zum Schwalben-Schwund bei. Mehlschwalben brüten außen an Hauswänden. Immer noch werden Nester von Hausbesitzern abgekratzt, um eine Kot-Verschmutzung zu vermeiden. Bei Mehlschwalben lässt sich durch das Anbringen von Kunstnestern mit Kotschutz, vor allem aber durch richtig plazierte Schwalbenhäuser Abhilfe schaffen. (zqa)

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