Hessen-Forst widerspricht den Darstellungen

Initiative sieht Buchenwaldbestände als gefährdet – auch in Waldeck-Frankenberg

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Der Nationalpark Kellerwald mit seinen Buchen gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. 

Waldeck-Frankenberg – Die Bundesbürgerinitiative Waldschutz hat den 25. Juni zum „Tag der Buchenwälder“ ausgerufen. Der Grund: Die Initiative sieht die Buchenwaldbestände in Deutschland als gefährdet – auch in Waldeck-Frankenberg, wie Naturschutzexperte Norbert Panek betont. Hessen-Forst widerspricht den Darstellungen.

Buchenwälder seien „unser natürliches Waldökosystem“, sagt Norbert Panek. „20 bis 40 Prozent der Landfauna sind in irgendeiner Form abhängig von Buchenwäldern.“ Unter anderem würden dazu Specht, Blaumeise und Fledermäuse gehören.

Nordhessen gehöre zwar zu den Buchenwald-reichsten Vorkommen Deutschlands, doch das Vorkommen sei in den vergangenen Jahrhunderten um etwa 84 Prozent geschrumpft, sagt Panek. Von 80 000 Hektar Waldfläche im Kreis seien nur noch rund 28 000 Hektar Buchenwald.

Norbert Panek, der das Projektbüro Geopark Grenzwelten leitet, hat den Alternativen Waldzustandsbericht der Naturwald Akademie Lübeck mit Blick auf die Buchenwälder ausgewertet. Sein Ergebnis: „Alle natürlichen Buchenwald-Typen sind im Bestand mindestens als „stark gefährdet“ einzustufen.“ Die Bundesbürgerinitiative fordert unter anderem eine sofortige Abkehr von der Nadelholz-Wirtschaft.

Der Landesbetrieb Hessen-Forst widerspricht den Darstellungen. Dass der Buchenwald-Anteil so drastisch zurückgegangen sei, „entbehrt jeder fachlichen Grundlage“, sagt Sprecher André Schulenberg in Kassel. Nicht nur in Hessen sei das Gegenteil der Fall. Untersuchungen, unter anderem aus der Bundeswaldinventur, würden zeigen, dass „der Anteil der Laubwälder in Hessen auf 58 Prozent gestiegen“ sei, die Buche nehme mit 35 Prozent den größten Anteil ein.

Die Aussagen der Initiative zur Gefährdung seien „nicht nachvollziehbar“. In Hessen seien Buchenwälder – vorbehaltlich der Risiken durch den Klimawandel – „nicht gefährdet“.

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