Inklusion an Schulen im Kreis: Lebenshilfe fordert klares Konzept

Waldeck-Frankenberg. An der Schulgemeinschaft Rosenthal funktioniert Inklusion bereits. Kreisweit kommt der gemeinsame Unterricht für behinderte und nicht behinderte Schüler aber nur langsam voran, wie eine Recherche der HNA zeigt.

Die staatliche Nicolaus-Hilgermann-Schule in Rosenthal hat seit Beginn des Schuljahres mit der privat geführten Karl-Preising-Förderschule in allen Jahrgängen der Klassen eins bis vier inklusive Kooperationsklassen geschaffen - ein Novum im Kreis. In jeder Klasse werden behinderte und nicht behinderte Schüler gemeinsam unterrichtet.

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Es gibt aber auch die Kehrseite der Medaille. „Die Inklusion an den Regelschulen im Kreis ist ausbaufähig“, sagte Dr. Wolfgang Werner, Geschäftsführer des Lebenshilfe-Werks, auf Anfrage der HNA. Die Lebenshilfe ist im Landkreis in zahlreichen Inklusionsprojekten aktiv, hat im Sommer des vergangenen Jahres allerdings die Zusammenarbeit mit dem Kreis bei der Inklusion an Schulen beendet.

„Wir haben uns herausgezogen, weil kein klares Konzept erkennbar war, wie Inklusion an den Schulen bestmöglich umgesetzt werden kann und wie die Schüler individuell gefördert werden können“, sagt Dr. Werner.

Er meint damit unter anderem, dass nie richtig definiert worden sei, welche Qualifikationen das Schul-Personal benötigt, um Inklusion zu fördern. Auch sei das Budget, das der Kreis für Inklusionsarbeit an Schulen bereitstellt, zu gering. „Unsere Mitarbeiter, die in den Schulen geholfen hatten, Inklusion zu fördern, hätten bei einem weiteren Engagement nicht den Lohn erhalten, der ihnen nach unserem Tarifvertrag zusteht“, so Werner.

Generell müsse mehr Geld in die Inklusionsarbeit an den Schulen im Kreis fließen. Werner: „Da ist auch das Land gefordert, denn der Kreis wird oft im Stich gelassen.“

Von Philipp Daum

Was der Landkreis zu den Aussagen der Lebenshilfe sagt, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA in Waldeck und Frankenberg.

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