Bestand des Schwarzwildes soll reduziert werden

Frischlinge im Visier: Jäger wollen Gefahr durch Schweinepest in Waldeck-Frankenberg eindämmen

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Warnschilder: Sie sind auf Rastplätzen in Waldeck-Frankenberg, wie hier an der Bundesstraße 252 nahe Ederbringhausen, zu finden. Auf ihnen wird in mehreren Sprachen darauf hingewiesen, dass die Afrikanische Schweinepest auch durch weggeworfene Wurst- und Fleischreste übertragen werden kann, die von Wildschweinen gefressen werden.

Waldeck-Frankenberg. Um die Gefahr eines möglichen Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Waldeck-Frankenberg einzudämmen, wollen Jäger im Landkreis die Jagd auf Wildschweine ausdehnen.

Das bestätigte Heinz Langerzik, Vorsitzender der Waldeckischen Jägerschaft, auf Anfrage unserer Zeitung.

„Generell ist es wichtig, den Bestand des Schwarzwildes zu reduzieren, weil sich dieser auch 2017 wieder stark erhöht hat. Der Frühling war mild, es sind viele Frischlinge durchgekommen“, so Langerzik. Nicht nur, um Wildschäden zu vermeiden, sondern auch, um das Risiko eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest in Waldeck-Frankenberg zu senken, sei nun eine intensive Bejagung nötig. Wenn die Felder größtenteils abgeerntet sind und die Sicht auf das Wild besser ist, sollen die Wildschweine daher vermehrt ins Visier genommen werden. Dabei konzentrieren sich die Jäger vornehmlich auf die Frischlinge.

Die Afrikanische Schweinepest könnte für den Landkreis tatsächlich zum Problem werden, denn sie rückt näher an Deutschland heran. Zuletzt gab es Meldungen aus Tschechien. Dort trugen tot aufgefundene Wildschweine das Virus in sich. In Polen wurden Fälle in Hausschweinehaltungen gemeldet. Deutschland blieb von einem Ausbruch bislang aber noch verschont.

Übertragen wird Schweinepest durch direkten Kontakt von Tier zu Tier – bei offener Haltung also auch durch Kontakt von Wildschweinen zu Hausschweinen. Das Virus ist in Blut und Gewebe der infizierten Tiere vorhanden und wird mit Speichel, Urin, Kot und Sperma ausgeschieden.

„Für unsere Schweinehalter hätte ein Ausbruch gravierende Folgen. Wird die Afrikanische Schweinepest in einem Schweinehaltungsbetrieb festgestellt, muss der gesamte Bestand getötet werden“, sagt Matthias Eckel. Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Frankenberg.

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