Organisatorische Herausforderung

Jede Woche neue Flüchtlinge: Kreis-Mitarbeiter arbeiten am Limit

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Mit allem, was sie haben: Flüchtlinge erreichen nach der Zuweisung durch das Land die Kreisstadt Korbach. Für sie ist noch immer ungewiss, wo sie untergebracht werden, bis sie am Abend zu ihren Unterkünften in verschiedenen Orten gebracht werden.

Waldeck-Frankenberg. Rund 80 Flüchtlinge werden dem Landkreis wöchentlich zugewiesen. Das bedeutet einen enormen organisatorischen Aufwand.

Mittwochs kommen sie an. 80 Flüchtlinge, die dem Landkreis Waldeck-Frankenberg zugewiesen worden sind, erreichen Korbach. Das Kreishaus steht kopf. Bis zum Abend müssen die Mitarbeiter des Sozialamtes alle unterbringen. Männer, Frauen, 20 Kinder. Aus Irak, Syrien, Somalia und anderen Ländern.

Seit Anfang des Jahres, als jede Woche 30 Asylbewerber ankamen, ist die Belastung stetig gestiegen. Das spüren vor allem die Mitarbeiter des Fachdienstes Soziale Angelegenheiten. 80 bis 90 kommen mittlerweile wöchentlich. Es sollen noch mehr werden - bis zu 120 jede Woche.

„Wir hinken hinterher“, sagt Elke Hillebrand, Sozialpädagogin und Asylbetreuerin beim Fachdienst. Urlaub und Überstundenabbau sind im Moment nicht drin. In der Regel bekommt die Verwaltung donnerstags die Liste der Zuweisungen für den kommenden Mittwoch. Dann zählt jeder Tag, bis mittwochs die Fäden zusammenlaufen müssen.

Die Liste mit freien Betten wird stündlich aktualisiert. Die Städte und Gemeinden melden freie Unterkünfte per E-Mail. Noch sind es genug, doch niemand weiß, wann die Kapazitäten erschöpft sein werden.

Auch am Tag vor Heiligabend und zwischen den Jahren kommen Menschen, für die der Kreis eine passende Unterkunft bieten muss. Herkunft, familiäre Zusammengehörigkeit, kulturelle und religiöse Aspekte möchten die Mitarbeiter berücksichtigen. Und ganz nebenbei sollen sie diejenigen Asylbewerber, die schon länger hier wohnen, betreuen und beraten.

Auch Margot Brandt betreut Asylbewerber. Sie berichtet von dem Zeitaufwand: „Neulich dauerte es zwei Stunden, bis Leistungsanträge von sieben Personen ausgefüllt waren.“

Jedes Mal bei der Ankunft passiert Unerwartetes. Gepäck fehlt, Personen werden nachgemeldet, oder andere, die auf der Liste stehen, sind nicht dabei. Diesmal muss der Fachdienst umplanen, da sich herausstellt, dass die Ehefrau eines neu zugewiesenen Mannes bereits in Korbach ist. Sie sollen zusammen unterkommen.

Einmal kam der Bus aus Gießen erst um 19.30 Uhr. Dann war Arbeiten bis Mitternacht angesagt.

Manchmal kommen freitagmittags Menschen mit Folgeantrag auf Asyl ins Kreishaus - unangekündigt. „Sowas ist für uns unkalkulierbar“, sagt Elke Hillebrand. In den 13 Gemeinschaftsunterkünften gebe es bislang noch Betten für solche Notfälle.

Mehr zu diesem Thema, mit Details des Tagesablaufs, Hintergrundinformationen und Kommentar lesen Sie in der Frankenberger HNA von Mittwoch.

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